Freitag, 2. September 2016

Hochzeitstorte: Himbeer-Kokos

Als ich vor einigen Wochen gefragt wurde, ob ich für eine Hochzeit nicht die Torte beisteuern könne, habe ich, auch wenn es sehr kurzfristig war, ganz spontan zugesagt. Denn ich mag Hochzeiten. Ich mag sie sehr. Das Gesicht des Bräutigams zu sehen, während seine Braut den Gang der Kirche entlang schreitet, die Liebe und Zuneigung des Paares zu spüren, während sie sich das Ja-Wort geben - für mich sind das wunderschöne Momente, die mich auch schon mal zu Tränen rühren. Und wenn ich mit einer gebackenen Kreation etwas zu diesem Tag, zu ihrem Tag, beisteuern kann, macht mich das selbst ganz glücklich. Gewünscht waren zwei verschiedene Torten und 30 Cupcakes. Viele Stunden Arbeit, Schweiss (ausgerechnet an den heissesten Tagen im August musste der Ofen Höchstleistungen erbringen) und Anspannung, viele verschiedene Füllungen und Dekorationselemente - doch die Arbeit hat sich gelohnt. Da ich kein grosser Anhänger von Fondant bin, herrschte hinsichtlich des Aussehens sehr schnell Klarheit: Es sollten Naked-Cakes werden. Was die Füllungen betrifft, habe ich mich für etwas Erfrischendes und eher Leichtes entschieden.

Heute präsentiere ich euch den ersten Teil davon. Es handelt sich um eine Himbeer-Kokos-Torte. Die Böden bestehen aus Mürbe- und Rührteig, bei den Füllungen habe ich mich für einen Himbeercurd und eine Frischkäsecrème mit weisser Schokolade, Vanille und Kokos entschieden.



Was ihr dazu braucht:

Für den Mürbeteig:
150g Butter
200g Zucker
1 Prise Salz
230g Mehl
1 Zitrone, abgeriebene Schale
1 Vanilleschote, ausgekratztes Mark

Für den Rührteig:
300g Butter
350g Zucker
1 Prise Salz
1 1/2 Vanilleschoten, ausgekratztes Mark
6 Eier
1 1/2 Zitronen, abgeriebene Schale
8 EL Nature Joghurt
375 g Mehl
3 TL Backpulver

Für den Himbeercurd:
250g Himbeeren (frisch oder gefroren)
1-2 EL Wasser
1 EL Zitronensaft
1 Vanilleschote, ausgekratztes Mark
65g Zucker (je nach Geschmack)
30-35g Maisstärke
2-3 EL Wasser
2 Eigelbe
30g Butter

Für die Frischkäsecrème:
250g Frischkäse (z.B. Philadelphia)
40g Butter, weich
180g weisse Schokolade
1 Vanilleschote, ausgekratztes Mark
50g Kokosraspel (nach Gutdünken)

Für das Frosting zum Ummanteln:
150g Frischkäse (z.B. Philadelphia)
20g Butter
100g weisse Schokolade

Zusätzlich:
Etwas Himbeermarmelade
Schleierkraut für die Dekoration
Zuckerrosen für die Dekoration



Und so geht's:

1. Eine Springform (26cm Durchmesser) mit Backpapier auskleiden (ausgebuttert werden muss sie nicht). Den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.

2. Für den Mürbeteig die Butter schmelzen. Zucker mit Mehl, Salz, Vanillemark und Zitronenschale vermischen. Geschmolzene Butter hinzugeben und mit dem Mixer kurz zu einem krümeligen Teig zusammenfügen. Den Boden der Springform nun mit dem Teig auskleiden und für ca. 30 Minuten kühl stellen. Anschliessend mit einer Gabel einstechen und für 20-25 Minuten backen.

3. Für den Rührteig wiederum eine Springform mit Backpapier auskleiden, dieses Mal ebenfalls ausbuttern. Butter mit Zucker, Salz und Vanillemark cremig aufschlagen. Dies nimmt einige Minuten in Anspruch, die Masse sollte deutlich heller werden. Anschliessend die Eier einzeln beifügen und weiterschlagen. Zitronenschale und Nature Joghurt hinzugeben. Mehl mit Backpulver vermischen und zum Schluss ebenfalls einarbeiten. Teig in die Sprinform füllen und wiederum bei 180 Grad Ober- und Unterhitze für ca. 40-45 Minuten backen. Nach Ablauf der Backzeit die Stäbchenprobe machen und gegebenenfalls noch etwas länger im Ofen lassen. Anschliessend aus dem Ofen nehmen und komplett abkühlen lassen. Am besten ist es, wenn der Rührteig bereits einen Tag vor den Füllungen produziert wird. So kann er über Nacht im Kühlschrank ruhen und kann dann besser durchgeschnitten werden.

4. Den Boden nun zweimal horizontal durchschneiden, so dass 3 gleich dicke Böden entstehen. Je nach dem kann der Deckel zunächst noch etwas ausgeebnet werden, damit alles schön ebenmässig ist.

5. Himbeermarmelade in einer Pfanne erwärmen, durch ein Sieb streichen, damit die Kerne zurückbleiben. Nochmals zurück in die Pfanne geben und kurz etwas eindicken lassen. Auf dem Mürbeteigboden verteilen und den ersten Rührteigboden darauf setzen.

6. Für den Himbeercurd Himbeeren mit 1-2 EL Wasser weichkochen, pürieren und durch ein Sieb streichen, damit die Kerne zurückbleiben. Dann wieder in den Topf geben und Zitronensaft, Vanillemark und Zucker beigeben und alles zusammen aufkochen, dann vom Herd nehmen. Maizena mit Eigelb und 2-3 EL Wasser verrühren und ganz langsam und unter ständigem Rühren zur Himbeermasse geben (damit das Ei nicht stockt). Nochmals unter ständigem Rühren aufkochen, Butter hinzugeben und darin schmelzen lassen. Die Masse sollte etwas eindicken. Dann auf den ersten Rührteigboden geben, den zweiten direkt darauf setzen und in den Kühlschrank stellen.

7. Für die Frischkäsecrème Frischkäse, Butter und Vanillemark für einige Minuten cremig aufschlagen. Die weisse Schokolade über einem Wasserbad schmelzen. Die Wassertemperatur sollte dabei nicht zu heiss sein, da die weisse Schokolade sehr empfindlich ist. Anschliessend etwas abkühlen lassen. Wenn dies geschehen ist, zur Frischkäsemasse geben und nochmals einige Minuten rühren. Zum Schluss die Kokosraspeln unterheben. Für ca. 15 Minuten in den Kühlschrank stellen.

8. Die Frischkäsecrème nun auf dem zweiten Boden verteilen und den dritten darauf setzen. Wiederum kühlstellen.

9. Für das Frosting für die Ummantelung Frischkäse mit Butter cremig aufschlagen. Weisse Schokolade schmelzen (wie in Punkt 7 beschrieben). Etwas abkühlen lassen und unter die Frischkäsemasse rühren. Die Torte möglichst dünn damit ummanteln. Es sollte etwas übrig bleiben, damit die Dekorationen damit auf der Torte befestigt werden können. Die gesamte Torte anschliessend in den Kühlschrank stellen, dies kann ruhig auch über Nacht geschehen.

10. Bei der Dekoration kann der Kreativität freien Lauf gelassen werden. Ich habe mich für Zuckerrosen und Schleierkraut entschieden.



So eine Hochzeitstorte herzustellen gibt zugegebenermassen ziemlich viel Arbeit. Aber selten hat mir das Backen mehr Spass bereitet. Die fertige Torte dann zu sehen erfüllt einen schon mit etwas Stolz und die Gewissheit, dass man dem Brautpaar IHREN Tag noch etwas perfekter machen kann, entschädigt für den Aufwand und die Schweissperlen. Ich hoffe, ich kann euch damit für eine mögliche eigene Hochzeitstortenkreation etwas inspirieren.

Eure Sarah

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