Sonntag, 2. Oktober 2016

Apfel-Vanille-Tarte

Apfel-Vanille-Tarte - oder eine Liebesbeziehung zwischen zwei Protagonisten, die auf den ersten Blick, zumindest optisch, so gar nichts miteinander gemeinsam haben. Die Vanille entstammt nämlich der wohl schönsten Pflanze, der Orchidee. Sie ist die einzige Orchideenart, die auf unseren Tellern landet und stammt ursprünglich aus den tropischen Regenwäldern Mexikos. Heutzutage wird sie insbesondere auf Madagaskar und in Indonesien angebaut. Wusstet ihr, dass bereits die Azteken von der aromatisierenden Wirkung dieser süsslichen Schote wussten? Sie benutzten sie, um ihr bitteres, kakaohaltiges Getränk mit dem Namen "xocoatl" zu veredeln. Dieses Getränk gilt als Vorläufer unserer heutigen Kakao- und Schokoladengetränke. Die Vanille - schlank, irgendwie elegant, grazil und sehr lieblich. Und wie passt jetzt der dickbäuchige, etwas burschikose und leicht säuerliche Apfel ins Bilde? Auf den ersten Blick wohl gar nicht. Aber manchmal braucht es eben mehr Blicke, um sich ineinander zu verlieben und die Optik täuscht des Öftern mal über die inneren Werte hinweg. Denn auf den zweiten Blick ergeben diese beiden das wohl leckerste Liebespaar, das ich seit langem miteinander verkuppelt habe (ja, da hat tatsächlich auch der Zimt keine Chance).



Nun aber genug der Geschichten und langen Reden. Ich stelle euch nun meine Apfel-Vanille-Tarte etwas näher vor. Die Basis bildet ein knuspriger Boden bestehend aus Vanillewaffeln und gerösteten Walnüssen. Dann folgt eine cremige, sanfte Vanille-Panna Cotta, auf der ein köstlich fruchtiger, leicht säuerlicher Apfelcurd seinen Platz findet. Und natürlich darf auch hier die Vanille nicht fehlen. Getoppt wird das Ganze mit in selbstgemachter Apfel-Vanille-Marmelade marinierten Apfelstückchen, gerösteten Walnüssen und einigen Vanille-Waffel-Stückchen.



Was ihr dazu braucht:

Für den Knusperboden:
80g Vanille-Waffeln
20g Walnüsse
20-30g Butter

Für die Panna Cotta:
2dl Sahne
2 Vanilleschoten
ca. 40g Zucker (je nach Geschmack)
2 Blatt Gelatine

Für den Apfelcurd:
180g Apfelpüree (gekauft oder selbst gemacht)
1-2 Vanilleschote, ausgekratztes Mark
1 Spritzer Zitronensaft
ca. 120g Zucker (je nach Geschmack)
2 Eigelbe
15-20g Maizena
15g Butter

Zusätzlich:
2 EL Apfel-Vanille-Marmelade (oder normale Apfelmarmelade)
1/4 Apfel
1 handvoll Walnüsse
1 Vanillewaffel



Und so geht's:

1. Einen Tortenring (15cm Durchmesser) mit Backpapier einschlagen und mit ein wenig Butter einfetten.

2. Für den Knusperboden die Vanille-Waffeln fein zerkleinern. Walnüsse hacken und in einer Pfanne kurz anrösten. Mit den Waffelbrösel vermischen. Butter schmelzen, zur Waffel-Nuss-Mischung geben und alles miteinander vermengen. Den Boden des Tortenrings damit auskleiden. Anschliessend in den Kühlschrank stellen.

3. Für die Panna Cotta Gelatineblätter nach Packungsangaben einweichen. Sahne gemeinsam mit Vanillemark, Vanilleschoten und Zucker aufkochen und ca. 2 Minuten köcheln lassen. Beiseite stellen und etwas abkühlen lassen. Vanilleschoten entfernen, Gelatineblätter ausdrücken und in die Sahnemasse einrühren. Anschliessend sorgfältig auf den Knusperboden giessen und für mindestens 2 Stunden kühl stellen.

4. Für den Apfelcurd Apfelpüree in einen Topf geben. Falls es etwas zu dick ist, kann etwas Apfelsaft hinzugegeben werden. Vanillemark, Zitronensaft und Zucker hinzugeben und erwärmen. Beim Zucker kann man nach eigenem Gutdünken vorgehen, am besten einfach abschmecken und nach Bedarf noch etwas ergänzen. Eigelbe mit Maisstärke und etwas Wasser verrühren. Ich beginne immer mit ca. 15g der Maisstärke und gebe je nach Dicke des Curds dann noch etwas (mit Wasser angerührt) dazu. 3-4 EL der Apfelmasse langsam einrühren (damit das Ei nicht stockt), anschliessend alles zur Apfelmasse geben. Butter beifügen und alles unter ständigem Rühren nochmals aufkochen lassen. Noch warm auf die Panna Cotta geben und für weitere 2 Stunden kühl stellen.

5. Nach der Kühlzeit ist die Dekoration an der Reihe. Dafür den Apfel in kleine Stückchen schneiden. Mit der Apfelmarmelade vermischen, in einen Topf geben und kurz erwärmen. Direkt auf der Tarte anrichten. Walnüsse grob hacken, anrösten und ebenfalls auf die Tarte geben. Schliesslich die Vanillewaffel in Stücke schneiden und ebenfalls darauf verteilen.



Klingt himmlisch? Ist es definitiv auch. In der Tat, die Tarte beinhaltet eine grosse Menge an Vanille. Aber kann es davon überhaupt genug sein? Meiner Meinung nach nicht. Die Vanille ist mein absolutes Lieblingsgewürz und so findet sie in fast jeder Kreation von mir ihren Platz. Und nicht nur dort. Bei mir duften sogar Duschshampoo, Bodylotion, Deo und Parfum nach Vanille. Und genau deswegen gehört diese Tarte mit Abstand zu meinen liebsten Kreationen. Ihr glaubt mir nicht? Na dann, schwingt eure Kochlöffel und probiert's doch selber aus, ihr benötigt dazu nicht einmal einen Backofen. Ganz viel Freude dabei wünscht euch

eure Sarah.

(Infos zur Vanille: http://www.vanille-info.de/geschichte/; http://wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/102002688)

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