Samstag, 29. Oktober 2016

Bananenbrot mit Schokolade und Haferflocken

Was gibt es besseres, als den Duft von Brot, das gerade frisch aus dem Ofen gekommen ist? Nicht viel. Das denkt sich auch meine Familie, weswegen ich traditionell fast jeden Sonntag einen köstlich buttrigen Hefezopf zubereite. Das wird dann aber, vor allem mir als Bäckerin, die gerne etwas Neues ausprobiert, auf die Dauer doch etwas zu langweilig. Und deshalb musste eine Sonntagsalternative her. Etwas, das ich schon immer mal ausprobieren wollte, ist das Bananenbrot. Auf der Suche nach Inspiration im Internet habe ich allerdings festgestellt, dass die meisten "Brote" mit Backpulver gebacken sind und eher an Kuchen, denn an Brote erinnern. Ich wollte aber ein richtiges Brot, bestehend aus einem Hefeteig. Nun gut, deswegen habe ich kurzerhand mein eigenes Rezept kreiert. Was dabei herausgekommen ist, zeige ich euch hier.



Zunächst aber kurz zu meiner Hauptdarstellerin, der Banane. Die Banane hat ihren Ursprung in Südostasien. Bereits vor Christus, durch den makedonischen König Alexander der Grosse, erlangte die Frucht auch in Europa einen gewissen Bekanntheitsgrad, der durch die Ausbreitung des Islams im siebten Jahrhundert nach Christus noch wuchs. Arabische Händler brachten sie dann nach Afrika, wo sie sich, aufgrund guter klimatischer Bedingungen für einen gezielten Anbau, auf dem ganzen Kontinent ausbreitete. Dabei kam es zu Genmutationen, wodurch die Banane den heute bekannten Arten immer ähnlicher wurde. Im 15. und 16. Jahrhundert nahmen Spanier die Frucht mit in die "neue Welt" namens Amerika - aufgrund des Klimas auf dem äquatornahen Festland und den karibischen Inseln herrschten auch hier gute Anbaubedingungen. Allerdings ist mit den Bananen auch eine traurige Geschichte verbunden. Ihr Welthandel begann 1899 mit der Gründung der US-amerikanischen Firma "United Fruit Company", die heute Chiquita heisst. Gemeinsam mit anderen Handelsgesellschaften errichteten sie grosse Bananenplantagen in Mittelamerika, wobei sie ziemlich rücksichtslos vorgingen und Bauern, die auf und auch von diesem Land lebten, vertrieben. Für riesige  Plantagen wurden Regenwälder abgeholzt und abgebrannt. Um die Bananenpflanzen anzubauen, zu pflegen und zu ernten, waren viele Arbeiter nötig. Fündig wurde man schnell: Oft waren es ehemalige Sklaven, die verarmt waren und für niedrige Löhne lange und hart arbeiteten. Die Macht der Bananenkonzerne wurde immer grösser und es flossen Vermögen, ganz im Gegensatz zum Verdienst der Plantagearbeiter. Auch heute noch produzieren Länder in Mittelamerika die meisten Bananen für den Welthandel, weshalb man sie "Bananenrepubliken" nennt. Menschen dort leben völlig arm und sind rechtslos.



Bananen gibt es in vielen Formen und Farben und nicht nur in süss und gelb, so wie wir sie kennen. In anderen Ländern, insbesondere in den Tropen, wo sie zu den Grundnahrungsmitteln gehören, gibt es andere Arten. Grundsätzlich unterscheidet man bei uns die süssen Bananen von den Kochbananen, die hart und roh nicht verzehrbar sind. Sie erinnern aufgrund ihres hohen Stärkegehalts im Geschmack und im Biss an Kartoffeln. Diese krummen Früchte sind nicht nur schmackhaft, sie stecken auch voller Nährstoffe, weswegen sie besonders gesund sind. Enthaltene Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium, die für die Muskel- und Nervenfunktion sowie für die Energiegewinnung und den Elekrolyt-Haushalt wichtig sind, machen sie zum perfekten Snack für zwischendurch. Deswegen sind sie übrigens auch bei Sportlern so beliebt. Aufgrund ihrer sehr leichten Verdaulichkeit sind sie nicht nur in der Babynahrung sehr beliebt, sie werden auch bei Darmbeschwerden jeglicher Art empfohlen.



Und zum Schluss noch dies: Weshalb ist die Banane überhaupt krumm? "Schuld" daran ist ihre Art des Wachsens. Denn Bananen wachsen in grossen Büscheln an einer Staude. Aus der Staudenmitte entwickeln sich die Früchte und aus jeder Bananenblüte entwickelt sich später eine Bananenfrucht. Am Anfang ist ihre Form noch gerade: Sie wachsen im Schutze grosser Blätter heran, wachsen nach unten und aufgrund zunehmendem Gewicht der Staude senken sie sich in Richtung Boden. Wenn die Blätter abfallen, kommen die Bananen mit Licht in Kontakt und sie beginnen, der Sonne entgegenzuwachsen. Bedeutet also: Im Laufe ihres Wachstums ändern die Bananen ihre Wuchsrichtung und werden dadurch krumm.

Interessant, was doch alles "hinter" einem so bekannten Obst steckt, nicht wahr? Hier kommt nun aber endlich das Rezept.



Was ihr dazu braucht:

Für das Brot:
350g Mehl
16g Hefe
1.5dl Milch
65g Butter
60g Zucker (je nach Reifegrad der Bananen mehr oder weniger)
5-6 EL Honig
3/4 TL Salz
3-4 EL Haferflocken
2 reife Bananen
Getrocknete Bananen (ich habe 3 "Stränge" genommen)
2-3 EL Schokoladenwürfel, backfest (je nach Geschmack)

Zusätzlich:
Etwas Haferflocken (als Topping)

 

Und so geht's:

1. Für den Brotteig Mehl in eine Schüssel geben. Ich habe übrigens "Bauernmehl" genommen, das sich aus Weizen- und Roggenmehl zusammensetzt. Die Milch lauwarm erwärmen und einen kleinen Teil davon in ein Glas geben. Darin nun die Hefe auflösen und einen TL des Zuckers hinzugeben. Nun in der Mitte des Mehls eine Mulde formen und dieses Hefe-Milch-Gemisch hineingiessen. Mit wenig Mehl vermischen und zudecken. Mit einem Tuch abdecken und an einem warmen Ort bei ca. 30 Grad für 15 Minuten gehen lassen (Vorteig).

2. In der Zwischenzeit die Milch wieder erwärmen und die Butter sowie den Honig darin schmelzen lassen. Diese Mischung auf lauwarme Temperatur abkühlen lassen. Die getrockneten Bananen in kleine Würfel schneiden. Ich habe sie in Bioqualität gefunden, ohne Zusatz von Zucker, sondern einfach pure getrocknete Bananen. Ich musste allerdings ziemlich weit suchen, bis ich sie gefunden habe, die meisten waren gezuckert oder gar frittiert. Ihr könnt da natürlich die nehmen, die ihr möchtet oder sie auch ganz weglassen.

3. Wenn sich der Vorteig entwickelt hat, die Milchmischung sowie Zucker und Salz beifügen und kurz vermischen, am besten mit einer Küchenmaschine oder einem Handrührgerät. Die Bananen zerdrücken und hinzugeben, genau so wie die Haferflocken, die getrockneten Bananenstücke und die Schokoladenwürfel. Kurz zu einem Teig vermengen. Lasst euch nicht irritieren, wenn der Teig ziemlich klebrig ist, das muss so. Aufgrund dessen wird das Brot danach besonders saftig. Mit einem Tuch bedecken und wiederum an einem warmen Ort ca. 2-3 Stunden gehen lassen.

4. In der Zwischenzeit eine Kastenform (16-18cm lang) vorbereiten, indem sie mit Backpapier ausgekleidet wird. Dies funktioniert am besten, wenn man sie vorher kurz einfettet. Dann hält das Backpapier besser.

5. Nachdem das Brot aufgegangen ist wird es in die Kastenform gegeben. Nochmals zudecken und für eine weitere Stunde aufgehen lassen. Den Backofen rechtzeitig auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.

6. Vor dem Backen wird der Teig mit etwas Milch bestrichen und mit Haferflocken bestreut. Anschliessend zunächst für 20 Minuten bei 200 Grad backen (mit einem Schälchen Wasser im Ofen). Dann die Ofentemperatur auf 180 Grad reduzieren und für ca. 30 Minuten zu Ende backen. Für die letzten 10 Minuten habe ich die Kastenform entfernt. Falls die Oberfläche etwas zu schnell zu dunkel wird, einfach mit einem Backpapier abdecken.



Dieses Bananenbrot schmeckt unglaublich lecker. Die getrockneten Bananen und die Schokolade verleihen ihm das gewisse etwas und die zerdrückten Bananen machen es total saftig. Pur gegessen ein absoluter Genuss, aber mit der bekannten Schokoladen-Haselnuss-Crème oder einer selbstgemachten Zimt-Butter ist es fast nicht mehr zu überbieten. Ich mag es total, da es eben ein richtiges Brot ist, und nicht, wie in vielen Rezepten, eher kuchenähnlich. Überzeugt euch am besten selbst und probiert es aus, ihr werdet begeistert sein. Ich wünsche euch viel Freude dabei,

Eure Sarah.

(Informationen zur Banane finden sich hier: http://www.wasistwas.de/details-natur-tiere/warum-ist-die-banane-krumm-6381.html; http://www.gesundheit.de/ernaehrung/lebensmittel/obst/banane;https://www.helles-koepfchen.de/artikel/3018.html; http://www.bananen-seite.de/Bananen/geschichte.html)

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