Mittwoch, 19. Oktober 2016

Kürbis-Cupcakes mit zimtig-schokoladigem Topping

Es gibt sie tatsächlich, die Zutaten, an die ich mich backtechnisch bislang noch nicht rangetraut habe. Der Hauptdarsteller meiner heutigen Kreation, der Kürbis, gehört da definitiv dazu, handelt es sich bei ihm doch um ein Gemüse. Moment - der Kürbis ist botanisch gesehen nämlich gar kein Gemüse, sondern, trotz seiner Grösse eine Beere! Bei den Beeren liegen die Kerne frei im Fruchtfleisch - und dieses Kriterium erfüllt der Kürbis. Trotz dieser Tatsache hat er in meiner Küche bislang lediglich in salzigen Gerichten seinen Platz gefunden. Ich betone: er hat gefunden. Denn von der süssen Variante war ich so begeistert, dass er von nun an bestimmt auch auf diese Art häufiger verarbeitet wird.



Die Speisekürbisse haben ihren Ursprung in Mittel- und Südamerika, wo sie seit über 10'000 Jahren zu den Grundnahrungsmittel der Indianer gehören. Seit dem 16. Jahrhundert ist er auch in Asien und Europa bekannt. Angeblich soll Christoph Kolumbus den Kürbis von seiner Amerikafahrt mit auf unseren Kontinent gebracht haben. In Mitteleuropa brauchte man ihn bis ins 20. Jahrhundert vor allem als Viehfutter. In Nordamerika, wo sich der Kürbisanbau ebenfalls ausbreitete, war seine Nutzung immer schon sehr vielfältig. Vor allem beim amerikanischen Erntedankfest "Thanksgiving" spielt der Kürbis, neben dem Truthahn, eine grosse und traditionell wichtige Rolle. Kürbissorten gibt es inzwischen etwa 800 Stück. Der aus Ostasien stammende "Hokkaido" gehört aber, aufgrund seiner küchengerechten Grösse und seines aromatischen Geschmacks, zu den Beliebtesten. Eine zentrale Rolle spielt er auch an Halloween, einem ursprünglich irischen Brauch. Der Tradition nach werden die Kürbisse ausgehöhlt, man schnitzt ihnen ein Gesicht und stellt dann eine Kerze hinein. Das gruselig flackernde Licht soll stellvertretend für die an Halloween herumgeisternde Seele des Iren Jack O'Lantern stehen, der der Legende nach einen Pakt mit dem Teufel geschlossen haben soll und deshalb nicht zur Ruhe kommt. Wie man sehen kann, sind mit dem Kürbis viele Traditionen verbunden. Eine weitere möchte ich euch zum Schluss nicht vorenthalten: das Kürbiswiegen, das vor allem in den USA bekannt ist. Von Jahr zu Jahr bringen Züchter ihre schönsten und schwersten Exemplare zu den Wiegeplätzen und präsentieren ihre Prachtsstücke, die gut und gerne über 700kg wiegen können. Samen solcher Monsterexemplare werden übrigens teuer gehandelt.

Der Kürbis ist sehr vielfältig einsetzbar. Da wäre einmal sein Fleisch, das nicht nur gut schmeckt, sondern zudem auch noch kalorienarm ist. Es liefert jede Menge sättigende Ballaststoffe, die ihrerseits die Verdauung in Schwung bringen, Giftstoffe ausleiten und den Blutzuckerspiegel ausgleichen können. Daneben stellen seine Kerne eine gute Snackalternative zu ungesunden Chips dar. Und aus dem Öl dieser Kerne wird das hochwertige Kürbiskernöl gewonnen. Da der Kürbis auch reich an Antioxidantien ist, kann er gegen Zivilisationskrankheiten schützen. So haben Studien seine Wirkungskraft unter anderem für Entzündungs- und Infektionskrankheiten, Hautkrankheiten oder auch Depressionen bestätigt.

Ich habe mich dazu entschieden, den Kürbis in Cupcakes zu packen. Kombiniert mit tollen Gewürzen wie Vanille, Zimt, Ingwer, Kardamom und Nelken resultierten wunderbar saftige, aromatische Küchlein, denen ich mit einem Topping aus Frischkäse, Schokolade und Zimt noch das Krönchen aufgesetzt habe. Und selbstverständlich durften auch ein paar angeröstete Kürbiskerne on top nicht fehlen.



Was ihr dazu braucht:

Für die Cupackes:
90g Butter
130g Rohrzucker (nach Geschmack und Gutdünken)
1 Prise Salz
2 Eier
180g Kürbispüree
100g Mehl
1 1/2 TL Backpulver
1 Vanilleschote, ausgekratztes Mark
1/2 TL Zimt
1/2 TL Ingwer (frisch oder als Pulver)
1/4 TL Nelkenpulver
1/4 TL Kardamom
50g Pekannüsse

Für das Topping:
200g Frischkäse (z.B. Philadelphia)
150g weisse Schokolade
30g Butter
1/2 TL Zimt (nach Gutdünken)
Etwas Kürbiskerne, geröstet



Und so geht's:

1. Als erstes werden die Pekannüsse grob gehackt und kurz angeröstet. So können sie ihr Aroma nämlich vollends entfalten. Kürbispüree kann man mittlerweile schon fertig kaufen, da ich es aber bei mir in den Supermärkten nicht finde und zudem selber köstliche Hokkaido-Kürbisse im Garten habe, habe ich es selber hergestellt. Dazu den Kürbis halbieren, von seinen Kernen befreien, in Stücke schneiden und mit etwas Wasser weich kochen. Wasser abgiessen und pürieren. Für die Cupcakes werden 180g Püree benötigt. Aus dem restlichen Püree kann beispielsweise eine Kürbissuppe zubereitet werden, oder es kann auch als Alternative zum Kartoffenstampf genossen werden.

2. Eine Muffinform mit Förmchen auskleiden. Die Menge reicht für ca. 8-10 Cupcakes. Den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.

3. Nun geht's an den Teig. Dafür die Butter mit dem Zucker und dem Salz für einige Minuten cremig aufschlagen und anschliessend die Eier einzeln beigeben und kurz weiterrühren. Kürbispüree untermischen.

4. Die trockenen Zutaten, also Mehl, Backpulver, Zimt, Vanillemark, Nelkenpulver, Ingwer und Kardamom miteinander vermischen und ebenfalls hinzugeben. Nur lange mixen, bis sich die Zutaten gut miteinander verbunden haben. Ganz zum Schluss noch die Pekannüsse unterheben.

5. Den Teig auf die vorbereiteten Förmchen verteilen und für 20-25 Minuten backen. Anschliessend zur Kontrolle die Stäbchenprobe machen, es sollte nichts mehr dran kleben bleiben. Herausnehmen und komplett abkühlen lassen.

6. Für das Topping die weisse Schokolade über einem Wasserbad (bei mittlerer Hitze) schmelzen und etwas abkühlen lassen. Anschliessend gemeinsam mit dem Frischkäse für einige Minuten aufschlagen und mit Zimt abschmecken. Auf die Cupcakes aufspritzen und mit gerösteten Kürbiskernen dekorieren.



Die Cupcakes passen, auch dank der Gewürze, wunderbar in die Jahreszeit des Herbstes. Durch das Kürbispüree sind sie unglaublich saftig und ich kann euch versichern, sie werden auch den Nicht-Kürbisliebhabern schmecken, denn das Aroma des Kürbisses ist zwar schmeckbar, es dominiert aber nicht. Genau so, wie ich es mir gewünscht habe. Ich wünsche euch viel Freude beim Ausprobieren,

eure Sarah.


(Informationen über den Kürbis finden sich hier: https://www.mein-schoener-garten.de/gartenpraxis/nutzgaerten/kuerbis-die-groesste-beere-von-allen-1786; http://www.gemuese-info.de/kuerbis/geschichte.html; https://www.zentrum-der-gesundheit.de/kuerbis.html)

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