Mittwoch, 5. Oktober 2016

Limetten-Tarte mit Minze und Schokolade

Ja, ich weiss, bei meiner neusten Kreation handelt es sich abermals um eine Tarte. Und ja, ich habe sie auch dieses mal wieder mit einem Curd gefüllt. Aber was soll ich sagen, ich mache diese Art von "Süsser Köstlichkeit" einfach am liebsten. Man kann geschmacklich und auch optisch seiner Kreativität freien Lauf lassen und, das ist mir das wichtigste, man kann dem Aroma der verwendeten Zutaten am besten gerecht werden und das meiste aus ihnen herausholen.



Meine Limetten-Tarte mit Minze und Schokolade zeigt, dass ich mit dem Sommer für dieses Jahr noch nicht abschliessen konnte. Und so schwelge ich heute nochmals in Erinnerungen an wärmere Tage. Hauptdarstellerin dieses Mal ist die Limette. Sie gehört, wie auch ihre gelbe Schwester, die Zitrone, zu den Zitrusfrüchten und kommt ursprünglich aus Südostasien. Im Gegensatz zur Zitrone ist die Limette aber deutlich kleiner und grün. Und auch im Geschmack unterscheiden sich die beiden deutlich: Limetten schmecken deutlich intensiver und aromatischer als Zitronen und sind auch weniger sauer. Für meine Tarte habe ich sie mit einer Heilpflanze kombiniert - der Pfefferminze. Sie wurde bereits in der Antike verwendet und ihren Namen bekam sie gemäss einer griechischen Sage wie folgt: Hades, der Gott der Unterwelt, verliebte sich eines Tages in eine Nymphe mit dem Namen Minthe. Als seine Gattin Persephone von dieser Beziehung erfuhr, verwandelte sie die Nymphe aus Rache in eine Minzpflanze, damit die Menschen sie mit Füssen treten konnten. Da Hades dies nicht verhindern konnte, sorgte er dafür, dass Minthe einen wunderschönen und betörenden Duft verströmte. Und so kam die Minze zu ihrem Namen. 

Nun aber zurück zu meiner Tarte. Sie besteht aus einem knusprig schokoladigen Mürbeteigboden, den ich mit einem Limettencurd gefüllt habe. Da mir Limettencurd alleine aber zu langweilig war, habe ich ihn mit etwas Minze verfeinert. Und ich kann euch sagen, diese beiden passen hervorragend zusammen und harmonieren wunderbar. Erfrischend, würzig, süss und gleichzeitig auch etwas säuerlich - eine köstliche Kombination. Um den Schokoladengeschmack des Bodens nochmals aufzugreifen, habe ich die Tarte mit einer mit Minze aromatisierten Zartbitterganache dekoriert, die den Geschmack perfekt abrundet.

 

Was ihr dazu braucht:

Für den Schokoladen-Mürbeteig:
120g Mehl
1 Prise Salz
50g Puderzucker
2 EL Kakaopulver
100g Butter, kalt und in Stücken
1-2 EL Nature Joghurt

Für den Limetten-Minz-Curd:
2.5dl Wasser
1 Prise Salz
3 Limetten, abgeriebenen Schale und Saft
70g Zucker
6 Pfefferminzblätter
2 Eigelbe
4-5 EL Maisstärke
4-5 EL Wasser
30g Butter
3-4 EL Pfefferminzsirup

Für die Minz-Schokoladenganache:
150ml Sahne
3 Pfefferminzblätter
3 EL Pfefferminzsirup
100g Zartbitterschokolade
1 Prise getrocknete Pfefferminze



Und so geht's:

1. Für den Schokoladen-Mürbeteig Mehl, Salz, Puderzucker und Kakaopulver miteinander vermischen. Kalte Butterstücke hinzugeben und das Ganze mit den Fingern zu einer krümeligen Masse verarbeiten. Schliesslich noch den Joghurt hinzugeben und nur solange kneten, bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist. Für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.

2. Den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen und zwei kleine Springformen (12cm Durchmesser) mit Backpapier auskleiden (ausgebuttert werden müssen sie nicht).

3. Den Teig nach der Kühlzeit ausrollen und in die beiden Springförmchen verteilen. Falls etwas Teig übrig bleibt, können daraus Biskuits gemacht werden, die einen Kaffee oder Tee herrlich ergänzen. Den Boden mit einer Gabel einstechen. Nun für ca. 15 Minuten in der unteren Hälfte des Ofens blind backen. Anschliessend Backpapier und Hülsenfrüchte entfernen und für 15 weitere Minuten weiter backen. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.

4. Für den Limetten-Minz-Curd Wasser mit Salz, Limettenabrieb und -saft, Zucker sowie den Pfefferminzblättern in einen Topf geben und aufkochen. Vom Herdnehmen und die Minze für 10 Minuten darin ziehen lassen, dann heraus nehmen. In einer Schüssel Eigelbe mit Maisstärke und Wasser gut vermischen. Ich beginne meist mit 4 EL Maisstärke und gebe dann, je nach Dicke des Curds noch einen weiteren Löffel (mit Wasser angerührt) hinzu. Dies hängt auch etwas davon ab, wie fest ihr euren Curd haben möchtet. Bei Tartes mag ich ihn gerne etwas fester. Das Limettengemisch nun langsam einrühren, damit die Eigelbe nicht stocken. Anschliessend wieder in den Topf giessen. Butter beigeben und alles unter ständigem Rühren aufkochen und etwas eindicken lassen. Sobald die gewünschte Dicke erreicht ist, mit Pfefferminzsirup abschmecken und dann direkt auf die vorgebackenen Böden giessen. Abkühlen lassen und für mindestens 2 Stunden in den Kühlschrank stellen.

5. Für die Schokoladen-Minz-Ganache Sahne mit Pfefferminzblättern bis kurz vor dem Kochen erwärmen. Vom Herd nehmen und die Minze für 10 Minuten darin ziehen lassen, dann heraus nehmen. Schokolade grob hacken. Aromatisierte Sahne zurück auf den Herd stellen, nochmals bis kurz vor dem Kochen erhitzen und über die gehackte Schokolade giessen. 1-2 Minuten stehen lassen, dann umrühren bis die Schokolade geschmolzen ist. Mit Pfefferminzsirup und getrockneter Minze abschmecken. Bei Zimmertemperatur abkühlen lassen, anschliessend für einige Minuten in den Kühlschrank stellen. Vor Gebrauch mit dem Handrührgerät cremig aufschlagen, in einen Spritzbeutel füllen und die beiden Tartes damit nach Wunsch dekorieren.



Auch wenn diese Tarte wie eingangs beschrieben nicht in die Jahreszeit des Herbstes passt, so vermag sie den Sommerliebhabern wie mir ein paar sonnige und warme Momente schenken. Ich wünsche euch viele solcher Momente und ganz viel Freude beim Ausprobieren,

eure Sarah.

(Informationen zu Limette und Minze finden sich hier: http://www.bunterladen.at/Holunder_Melisse_Minze.htm; http://www.worldsoffood.de/specials/was-isst-deutschland/item/1230-was-ist-der-unterschied-zwischen-limonen-und-limetten.html)



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