Sonntag, 30. Oktober 2016

Schokoladige Schaumkuss-Cupcakes

Eine der liebsten Süssigkeiten in meiner Kindheit waren Schokoküsse. Und ich muss zugeben, daran hat sich bis heute nichts geändert. Ein knuspriger Waffelboden, gefolgt von einer süssen und klebrigen Masse auf Eiweissbasis, die mit köstlicher Schokolade ummantelt ist. Es gibt sie mittlerweile in unzähligen Geschmacksvariationen, eingepackt in Zartbitter-, Milch- oder weisser Schokolade und getoppt mit Nüssen, Früchten oder noch mehr Schokolade. Sie sind übrigens mein persönliches Highlight auf Weihnachtsmärkten.



Da ich gerne neue Dinge ausprobiere, wollte ich unbedingt meine eigenen Schaumküsse herstellen. Aber nicht einfach nur Schaumküsse. Anstelle des Waffelbodens habe ich mich für etwas viel köstlicheres entschieden: Schokolade. Und so sind sie entstanden, meine schokoladigen Schaumküsse-Cupcakes. 

Doch woher kommen sie eigentlich, die Schokoküsse? Die ersten ihrer Art sollen bereits um 1800 in Dänemark hergestellt worden sein. Als eigentliche Erfinder gelten allerdings die Franzosen, die im 19. Jahrhundert in den Konditoreien ihres Landes den sogenannten "Tête de nègre", auf Deutsch "Negerkopf" oder "Mohrenkopf", kreiert haben. Er bestand aus einer baiserartigen Masse und einem Schokoladenguss. In Deutschland erlangten sie Anfang des 20. Jahrhunderts grosse Berühmtheit, als eine Süsswarenfabrik unter anderem (und übrigens bis heute) "Schwedenbomben" herstellten. Aus dem "Negerkopf" wurde dann der "Negerkuss", wahrscheinlich aufgrund des damaligen Herstellungsprozesses. Die Zucker-Ei-Masse wurde damals nämlich getrocknet und ähnelte einem Baiser. Und Baiser heisst im Französischen nichts anderes als "küssen". Da "Neger" aber politisch nicht korrekt ist wurde diese Süssigkeit kurzerhand in "Schokokuss" umgetauft.

 

Nun aber wieder zurück zu meinen Cupcakes. Die Basis ist ein köstlicher und unglaublich saftiger Schokoladenteig, der mit einer fluffigen und eher weichen Schaumkussmasse getoppt wird. Ein Schokohäubchen sorgt für noch mehr Schokolade und für einen knackigen Abschluss. Bei der Dekoration sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt: Ob Nüsse, Krokant oder getrocknete Früchte, erlaubt ist alles was das Herz begehrt. Mein Favorit sind gefriergetrocknete Himbeeren, die den doch dekadenten Cupcakes einen kleinen Frischekick verleihen.

 

Was ihr dazu braucht:

Für die Cupcakes:
125g Butter
100g Zartbitterschokolade (mindestens 60% Kakaoanteil)
110g Zucker
2dl Milch
1 Vanilleschote, ausgekratztes Mark
1 Ei
125g Mehl
20g Kakao
1-1.5 TL Backpulver 
1 Prise Salz
3 EL Schokoladendrops (backfest)

Für das Schaumkusstopping:
100g Eiweiss
1 Prise Salz
180g Puderzucker
1 Vanilleschote, ausgekratztes Mark
1/2 TL Weinsteinbackpulver

Für den Schokoladenüberzug:
300g Zartbitterschokolade

Zusätzlich:
Nüsse, Trockenfrüchte oder Krokant zum Dekorieren 



Und so geht's:

1. Eine Muffinform mit Backförmchen auskleiden. Die Masse reicht für 10-12 Cupcakes. Den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.

2. Butter in kleine Würfel schneiden. Schokolade grob hacken und beides gemeinsam über einem Wasserbad schmelzen. 

3. In einer Schüssel Mehl, Backpulver, Kakao, Salz und Vanillemark vermischen. 

4. Schokoladen-Butter-Mischung in eine Rührschüssel geben und kurz etwas abkühlen lassen. Zucker und Milch hinzufügen und mit einem Schwingbesen gut umrühren. Schliesslich noch das Ei beifügen und verrühren. 

5. Mehlmischung dazusieben und abermals mit dem Schwingbesen solange verrühren, bis alles miteinander verbunden ist. Zum Schluss noch die Schokodrops unterheben. 

6. Den Teig in die vorbereiteten Cupcakeförmchen giessen und für 20-25 Minuten backen. Dabei nach 20 Minuten ein erstens Mal die Stäbchenprobe machen und je nach Ergebnis noch einige Minuten weiterbacken. 

7. Für das Schaumkusstopping Eiweiss mit Salz und Puderzucker in eine Metallschüssel geben und über einem Wasserbad bei ständigem Rühren für ca. 15 Minuten erwärmen. Dabei nach der Hälfte der Zeit das Vanillemark und das Weinsteinbackpulver hinzufügen (es ist wichtig, Weinsteinbackpulver zu nehmen, da normales Backpulver einen nicht ganz so angenehmen Beigeschmack hat). Anschliessend mit dem Handrührgerät oder der Küchenmaschine steif schlagen. Dies nimmt einige Minuten in Anspruch. Die Masse in einen Spritzbeutel mit grosser, runder Tülle füllen und die Schokocupcakes damit bespritzen. Anschliessend für ca. 30 Minuten in den Kühlschrank stellen. 

8. Für den Schokoladenüberzug Schokolade grob hacken. Anschliessend muss sie temperiert werden. Dazu zwei Drittel davon über einem Wasserbad schmelzen. Von der Hitze nehmen und das restliche Drittel dazugeben und solange rühren, bis alles geschmolzen ist und eine homogene Masse entstanden ist. 

9. Nun bekommen die Cupcakes ihr Schokohäubchen. Dazu wird die Kuvertüre in ein höheres Gefäss gefüllt (das auch eine entsprechende Breite hat, damit genug Platz zum Eintauchen besteht). Nun die Cupcakes darin eintauchen, abtropfen lassen und auf eine Tortenplatte (oder was auch immer) setzen. Nun können sie, je nach Wunsch, mit gehackten und gerösteten Nüssen, klein geschnittenen Trockenfrüchten, Krokantstückchen oder, wie in meinem Fall, mit getrockneten Himbeeren dekoriert werden. Anschliessend brauchen sie erneut etwas Abkühlung, weswegen sie wiederum für ca. 30 Minuten in den Kühlschrank müssen. Von der Schokolade wird etwas übrig bleiben. Darin könnt ihr nun nach Belieben Früchte eintauchen und auf einem Backblech absetzen (Wie die Erdbeeren auf meinen Fotos), oder ihr könnt Nüsse nach Wahl etwas zerkleinern, anrösten, in die Schokolade geben und mit einem Esslöffel kleine "Häufchen" auf ein Backpapier setzen. Der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt.

 

Ein unglaublich reichhaltiger und schokoladiger Teig, eine samtig weiche, fluffige und mit Vanille aromatisierte Schaumkussmasse und noch mehr knackige Schokolade on top - eine richtige Köstlichkeit. Die Kombination hat es aber in sich und mehr als einen wird davon wohl keiner verspeisen. Für alle, die Schaumküsse und Schokolade lieben, ist das Ausprobieren aber definitiv ein Muss. Ich wünsche euch ganz viel Freude dabei, 

Eure Sarah.

(Informationen über die Schaumküsse finden sich hier: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Schokokuss; http://www.esskultur.net/lm/negerkuss.html)

Kommentare:

  1. Liebe Sarah
    Hach, deine Schumkuss-Cupcakes sehen wirklich toll aus. Meine Favoriten sind ja die mit Kokosnuss, also genau mein Ding!
    Hab noch einen schönen Tag, Franzi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ohh jaa, mit Kokosnuss finde ich sie auch absolut genial!! Ich freue mich schon wieder auf die Weihnachtsmärkte :) Ich danke dir für deine lieben Worte und wünsche dir einen wundervollen Abend, Sarah :*

      Löschen
  2. Hi Sarah! Du schreibst unter Punkt 4 "Schliesslich noch das Ei beifügen". In der Zutatenliste für die Cupcakes ist jedoch kein Ei aufgelistet. Wieviele Eier kommen in den Teig denn rein?

    Danke für die Info ;)
    Lg Benni

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey Benni! Oh da hat sich ein Fehler eingeschlichen (manchmal kann man ein Rezept auch 100mal durchlesen und man merkt es nicht, haha :)) Es ist ein Ei, ich habe es im Rezept angepasst. Danke für den Hinweis!

      Liebe Grüsse und einen schönen Abend,
      Sarah

      Löschen