Mittwoch, 12. Oktober 2016

Würzige Schokoladen-Maronen-Tartes

Vor einigen Wochen habe ich hier an dieser Stelle das Rezept für meinen "Schokoladigen Schokoladenkuchen" veröffentlicht und ihn als besten Schokoladenkuchen angepriesen, da er, wie sein Name ja schon sagt, unglaublich viel Schokolade enthält und total saftig ist. Nun, ich muss zugeben, ich habe mich geirrt und muss mich somit korrigieren: Es war der schokoladigste Schokoladenkuchen. Bis heute. Bis zu meiner neusten Kreation, diesen würzigen Schokoladen-Maronen-Tartes. Denn saftiger geht's nun wirklich nicht mehr, was der Tatsache geschuldet ist, dass sie ganz ohne Mehl auskommen. Dafür beinhalten sie eine wunderbare Köstlichkeit, die uns der Herbst mitbringt: Maronen. Schokolade und Maronen? Oh ja, da haben sich zwei gefunden.



Maronen gelten als Kinder des Südens. Sie beinhalten die warme Sonne des Apennin, tragen den milden Hauch der Cevennen in sich und ihr süsser Duft erinnert an die Wälder Griechenlands und Kleinasiens. Hier liegt denn auch ihre ursprüngliche Heimat. In der griechischen Mythologie ist dieser Baum Zeus geweiht, Sinnbild der Wuchskraft und der Fruchtbarkeit. Er gilt als Lebensbaum, da der Stumpf immer wieder austreibt. Traditionell werden Maronen an den ersten kühlen Herbsttagen heiss genossen, frisch vom "Maroni-Mann" gekauft, der sie aus dem Feuer in Papiertütchen verkauft. Früher war die Esskastanie aber viel mehr als nur eine Knabberei, denn sie galt als preiswertes, oft sogar kostenloses und sehr nahrhaftes Lebensmittel. Aufgrund ihres hohen Stärkegehalts trug sie auch den Namen "Kartoffel der Armen" oder "Brot des kleinen Mannes". Maronen haben ein nussiges, angenehm süsses und, wie ich finde, auch dezent würziges Aroma. Um ihren Geschmack zu unterstützen und unterstreichen, habe ich viele Gewürze hinzugegeben und so fanden Vanille, Zimt und Kardamom den Weg in meine Tartes.

 

Was ihr dazu braucht:

Für 4 Tartes à 12 cm:
400g Maronenpüree (ungesüsst und selbstgemacht)
200g Zartbitterschokolade
175g Butter
220g Zucker (je nach Geschmack)
1 Vanilleschote, ausgekratztes Mark
1/2 TL Zimt
1/2 TL Kardamom
3 Eier



Und so geht's:

1. Maronenpüree herstellen. Selbstverständlich müsst ihr dieses nicht selbst machen, jetzt im Herbst findet man es in praktisch jedem Supermarkt. Es ist allerdings meistens gesüsst, was ich nicht so gerne mag. Ich habe lieber die Kontrolle darüber, wie viel Zucker ich verbacke. Wenn ihr Gesüsstes verwendet, lässt ihr einfach den Zucker weg oder gebt nur noch so viel dazu, bis euer Geschmack erreicht ist. Für mein Maronenpüree habe ich tiefgefrorene, geschälte Maronen in Bioqualität verwendet. Diese in einen Topf geben und mit etwas Wasser einige Minuten schön weich kochen. Anschliessend pürieren (je nach Konsistenz noch etwas Wasser hinzugeben). Es entsteht eine Art dicker Brei, wenn noch einige Maronenstückchen dabei sind, ist dies überhaupt nicht schlimm. Es ist sogar spannend, während des Essens zwischendurch darauf zu beissen. Das Püree in eine Schüssel geben.

2. Den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Vier Springförmchen (12cm Durchmesser) mit Backpapier auskleiden und mit Butter einfetten.

3. Schokolade grob hacken und gemeinsam mit der Butter über einem Wasserbad schmelzen, anschliessend leich auskühlen lassen.

4. Den Zucker und die Gewürze hinzugeben. Eier einzeln unterschlagen. Schliesslich noch das Maronenpüree einarbeiten (ebenfalls kurz untermixen).

5. Den Teig auf die vier Springförmchen verteilen und für 25 Minuten in der Mitte des Ofens backen. Herausnehmen und abkühlen lassen. Vor dem Servieren mit Kakaopulver bestäuben.



Die Schokoladen-Maronen-Tartes schmecken pur genossen unbeschreiblich gut, ein Klecks Sahne passt aber hervorragend dazu. "Unbeschreiblich" meine ich übrigens im wahrsten Sinne des Wortes. Denn mir fehlen in der Tat etwas die Worte. Im ersten Moment unglaublich saftig, kommt im Zweiten der Geschmack der Maronen und Gewürze so richtig schön durch. Unfassbar saftig und weich, zergehen die Tartes so richtig auf der Zunge und erinnern an gebackene Mousse - absolut einzigartig. Begeisterung pur. Ihr glaubt mir nicht? Dann überzeugt euch selbst und probiert sie aus. Ich wünsche euch ganz viel Freude dabei,

Eure Sarah.



Informationen zu den Esskastanien finden sich hier: Buch "Goldener Oktober - Erntedank und Göttertrank" (von Dieter Kremp); http://eatsmarter.de/lexikon/warenkunde/esskastanien

Kommentare:

  1. Mmhhh, mit diesem Kuchen hast du genau meinen Geschmack getroffen. Ich liebe Maronen und könnte im Herbst kiloweise davon verschlingen!
    Hab noch eine schöne Woche und liebe Grüsse, Franzi

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    1. Ohh es freut mich sehr, dass er dir gefällt :) ich war selber total begeistert von meiner Kreation, hihiii :) es war das erste Mal, dass ich mit Marroni gebacken habe, aber bestimmt nicht das letzte Mal :) ich wünsche dir einen wundervollen Abend.

      Liebe Grüsse, Sarah

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  2. Wie lange ist die Backzeit in einer 24 oder 26er Form?

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