Sonntag, 2. Oktober 2016

Zwetschgen-Haselnuss-Tarte

Zugegeben - so 100%ig passt meine neuste Kreation nicht in den Herbst. Zwar gehört die Zwetschge zu dieser Jahreszeit dazu, die Haselnuss / der Haselstrauch hingegen eher nicht, gibt er doch als ein Symbol des Frühlings. Die Haselnuss - ja sie scheint sowieso eine ganz besondere Nuss zu sein. Es existieren viele mythologische Erzählungen, Legenden und Märchen rund um den Haselstrauch und seine reichhaltigen Früchte. So soll der Haselstrauch vor negativen Kräften und Energien des Jenseits, vor Blitzschlag, Feuer, wilden Tieren und Zauber schützen. Bei Aschenputtel ist es der Haselstrauch, den sie auf das Grab ihrer Mutter pflanzt, der ihr in der Not hilft und ihre Wünsche erfüllt. Aufgrund seiner Früchte ist er ein Symbol der Fruchtbakeit, Mutterschaft und Lust und bei den Engländern, Iren und Kelten symbolisiert die Haselnuss Schönheit und Weisheit. Auch im Hinblick auf die Gesundheit lohnt es sich, öfters Mal zu dieser Nuss zu greifen. Denn nicht umsonst ist sie als typische Nervennahrung bekannt. Aufgrund ihres hohen Lezithin-Gehalts wirkt sich der regelmässige Konsum dieser Nüsse positiv auf unsere Nervenfunktionen und das Gedächtnis aus. Eine grosse Menge an Ballaststoffen bringt zudem die Verdauung in Schwung und eine hohe Konzentration von Vitamin E schützt unsere Zellen vor einer Schädigung durch freie Radikale.

Warum ich euch das alles erzähle? Nun, wenn ich etwas backe, dann nehme ich nicht einfach nur eine Zutat und verwende sie, mich interessiert das Produkt und seine Geschichte ebenfalls. Als grosser Geschichtsfan finde ich solche Hintergründe zudem total spannend. Und schliesslich ist der Name meines Blogs nicht nur einfach nur so spontan gewählt worden. "Hidden Sweet Treats" steht nicht nur für meine süssen Köstlichkeiten an sich, sondern auch für die versteckten Eigenschaften derselben. Indem ich euch etwas über die Produkte erzähle, möchte ich dem Namen gerecht werden. Und wer's nicht interessiert, der überspringt die Fakten einfach und geht gleich zum Rezept.



Jetzt aber zurück zu meiner Tarte, bei der eben beschriebene Haselnuss eine Hauptrolle einnimmt. Die Basis bildet ein knuspriger Haselnussmürbeteig, den ich mit einer Haselnussmasse, die mit etwas Vanille und Honig verfeinert wude, gefüllt habe. Diese Füllung enthält kein Mehl, dafür aber Sahne, was sie besonders saftig macht. Getoppt wird das Ganze mit frischen, leicht säuerlichen Zwetschen und wahlweise Haselnussstreuseln (je nach dem ob etwas Mürbeteig übrig bleibt). Süsse, Säure, Crunch und Nuss - die Tarte beinhaltet alles, was das Herz begehrt und gibt ein wundervolles Geschmacksbild ab.



Was ihr dazu braucht:

Für den Haselnussmürbeteig:
150g Butter, weich
100g Zucker
1 Prise Salz
1 Vanilleschote, ausgekratztes Mark
150g Mehl
125g Haselnüsse, gemahlen

Für die Haselnussfüllung:
140g Haselnüsse, gemahlen
90g Zucker
2-3 EL Honig
1 Vanilleschote, ausgekratztes Mark
1 1/2 dl Sahne

Für das Zwetschgentopping:
ca. 400g Zwetschgen (mit Stein gewogen)
2 EL Honig
1 TL Stärke
1 TL Zimt



Und so geht's:

1. Für den Haselnussmürbeteig Butter mit Zucker, Salz und Vanillemark kurz cremig aufschlagen. Mehl und gemahlene Haselnüsse dazugeben und zu einem Teig vermengen. Diesen anschliessend in Frischhaltefolie eingepackt für mindestens 30 Minuten kühl stellen.

2. Eine Springform (20cm Durchmesser) mit Backpapier auskleiden (eingefettet werden muss sie nicht) und den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.

3. Für die Haselnussfüllung alle Zutaten in eine Schüssel geben und mit einem Schwingbesen miteinander vermengen.

4. Zwetschgen halbieren, von Stein befreien und in kleine Würfel schneiden. Maisstärke in etwas Wasser auflösen und gemeinsam mit dem Honig und dem Zimt unter die Zwetschgen mischen.

5. Mürbeteig aus dem Kühlschrank nehmen, ausrollen und den Boden und Rand einer Springform damit bedecken. Mit einer Gabel einstechen. Die Haselnussfüllung darauf verteilen. Nun für 20 Minuten in der unteren Ofenhälfte backen. Herausnehmen, Zwetschgen darauf verteilen und für 25 Minuten, ebenfalls in der unteren Hälfte des Ofens, backen. Wer möchte, kann die Zwetschgen schon von Beginn weg mitbacken. Ich habe beide Varianten ausprobiert und es funktionieren beide. Falls etwas Mürbeteig übrig bleibt, diese in Krümel verwandeln und als Streusel ebenfalls auf der Tarte verteilen.

6. Die Tarte schmeckt am besten mit etwas Sahne, aber auch eine Kugel Vanilleeis würde sich hervorragend dazu machen.



Ich mag sie sehr - diese auch optisch recht ansehnliche Nuss. Deswegen wird sie in absehbarer Zukunft höchstwahrscheinlich ein weiteres Mal die Hauptrolle einer Kreation einnehmen. Bis dahin - lasst euch von ihr und ihrem Geschmack begeistern, ich wünsche euch viel Freude beim Ausprobieren,

eure Sarah.

(Infos zur Haselnuss und zum Haselstrauch finden sich hier: http://wiki.yoga-vidya.de/Haselstrauch; http://www.gesundheit.de/ernaehrung/lebensmittel/weitere-lebensmittel/nuesse/haselnuss)

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