Mittwoch, 23. November 2016

Lebkuchen-Biskuitroulade mit Orange

So langsam kommt Weihnachtsstimmung auf. Die Temperaturen sind eisig kalt, der erste Schnee ist gefallen und die Geschäfte sind bereits wunderschön festlich geschmückt. Ich mag diese zeit sehr. Und so sah ich mich inspiriert, bereits etwas leicht weihnachtlich angehauchtes zu kreieren. Entstanden ist diese Lebkuchen-Biskuitroulade mit Orange.



Wusstet ihr, dass die Orange auch unter dem Namen "Apfelsine" bekannt ist? Dieser Name kann denn sogar etwas über die ursprüngliche Herkunft dieser orangenen Frucht verraten, denn "Sina" bedeutet "China". So wird die "Apfelsine" (oder eben die Orange) auch "chinesischer Apfel" genannt. Schon 2000 Jahre vor Christus wurden Orangen in Chna genutzt und heute weiss man, dass die Kaiser der Tang-Dynastie (600-900 v. Chr.) sie so sehr schätzten, dass sie Orangenhaine anbauen liessen. Von China aus gelangte die Pflanze über Indien nach Babylonien und schmückte dort um 800 v. Chr. die hängenden Gärten der Helden und Könige.

Im 15. Jahrhundert gelangte die Apfelsine nach Europa und Columbus brachte sie 1493 von Spanien nach Haiti. Erst von dort aus machte sie sich auch auf den Weg nach Südafrika.

Im Zeitalter des Barocks wurde sie von Europäern zur Zierde in grossen Kübeln gezüchtet. Zur Pflege haben Fürsten spezielle Gewächshäuser errichtet, sogenannte Orangerien. Diese kann man auch heute noch an Schlössern überall in Europa besichtigen.

Die Lebensmittelorange, wie wir sie heute kennen, gibt es erst seit Ende des 18. Jahrhunderts. Sie wurde zunächst in Spanien kultiviert, von wo aus sie mit modernen Tranportmitteln nach Deutschland gebracht wurden, damit man sie dort frisch kaufen und geniessen konnte. Heute ist die Orange die am häufigsten angebaute Zitrusfrucht der Welt und Brasilien und die USA gehören zu den grössten Orangenproduzenten und -liferanten.

Dass Orangen richtige Vitamin C-Bomben sind, ist bekannt. Es stecken allerdings noch viel mehr gesundheitsförderliche Substanzen in dieser Frucht, die auch vor zahlreichen Krankheiten schützen können. Polyphenole, sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe, wirken entzündungshemmend und antioxidativ, und sie stärken das Immunsystem. Vitamin B hilft dem Gehirn, das Glückshormon Serotonin herzustellen, das uns wiederum glücklich macht und Gefühle wie Angst und Kummer dämpft. Auch der Magnesium- und Kaliumgehalt ist erwähnenswert. Magnesium ist entscheidend für die Dichte und Stäbilität der Knochen und Zähne, Kalium hilft bei der Blutdrucksenkung. Und schliesslich wird den in Orangen enthaltenen Limonoide eine besondere Wirkung nachgesagt: Studien deuten darauf hin, dass sie das Wachstum von Brustkrebszellen hemmen können. Dies sind doch alles wunderbare Gründe, mehr Orangen zu essen, nicht wahr?



Zurück zu meiner Biskuitroulade. Sie besteht aus einem fluffigen Biskuitteig, der herrlich nach Lebkuchen schmeckt und mit einer Orangencrème auf Quark- und Mascarpone-Basis gefüllt ist. On top gibt es mit Lebkuchengewürz aromatisierte Sahne und selbstgebackene Lebkuchenplätzchen.

Was ihr dazu braucht:

Für den Biskuit:
5 Eier
1 Prise Salz
100g Zucker
20g Honig (z.B. Akazienhonig)
1/2 Vanilleschote, ausgekratztes Mark
85g Mehl
35g Maisstärke
2-3 TL Lebkuchengewürz
1/2 TL Orangenabrieb

Für die Lebkuchenbiskuits:
100g Mehl
70g Honig
30g Zucker
10g Butter
0.5 TL Natron
1 EL Lebkuchengewürz
1 EL Milch

Für die Orangencrème:
2-2.5 Blatt Gelatine
200g Magerquark
200g Mascarpone
2 EL Bitterorangenmarmelade
1-2 Orangen, abgeriebene Schale
120g Puderzucker (nach Gutdünken)
30g Honig
2dl Sahne
2-3 EL kandierte Orangenschale

Zusätzlich:
1 EL Zucker
1-2 EL Bitterorangenmarmelade
1dl Sahne
1/2 Päckchen Sahnesteif
1/4 TL Lebkuchengewürz
Puderzucker, nach Gutdünken



Und so geht's:

1. Den Backofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen und ein Backblech mit Backpapier bedecken.

2. Für den Biskuit die Eier trennen und die Eiweiss mit einer Prise Salz steif schlagen. In einer weiteren Rührschüssel Eigelbe mit Zucker und Honig cremig schlagen, Lebkuchengewürz, Vanillemark und Orangenabrieb hinzufügen. Mehl und Maisstärke miteinander vermischen, dazusieben und gut unterrühren. Ein Drittel des Eiweiss dazugeben, gut einrühren und den Rest des Eiweiss ganz sanft unterheben.

3. Den Teig möglichst gleichmässig auf das Backblech streichen und für 10-12 Minuten backen. Er ist dann am besten, wenn er bei Druck noch etwas nachgibt. Währenddessen ein Küchentuch mit 1 EL Zucker bestreuen. Den heissen Biskuit sofort wenn er aus dem Ofen kommt darauf stürzen. Das Backpapier an der Oberseite abziehen. Dies funktioniert am besten, indem man es mit etwas Wasser bestreicht. Mögliche dunkle Ränder abschneiden und den Biskuit dann wie eine Roulade von der langen Seite her eng im Küchentuch aufrollen. Vollständig abkühlen lassen.

4. Währenddessen können die Lebkuchenbiskuits vorbereitet werden. Hierfür alle Zutaten in eine Schüssel geben und mit den Händen (oder einer Küchenmaschine) zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Von der Konsistenz her ist er mit einem Mürbeteig vergleichbar. In Frischhaltefolie einpacken und für ca. 1 Stunde in den Kühlschrank stellen. Den Backofen auf 150 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Nach der Kühlzeit wird der Teig auf ca. 0.5cm ausgerollt und mit Sternförmchen ausgestochen. Die Sterne anschliessend auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. Für 8-10 Minuten backen. Herausnehmen und abkühlen lassen.

5. Für die Füllung Gelatineblätter gemäss Packungsangaben einweichen. Magerquark, Mascarpone, Puderzucker, Honig, Bitterorangenmarmelade und Orangenschale mit einem Schwingbesen gut verrühren. Die Gelatine leicht ausdrücken und bei geringer Hitze in einem Topf auflösen. Zuerst 3 EL der Quark-Mascarpone-Masse einrühren, damit sich die Temperatur angleichen kann und eine Klümpchenbildung vermieden wird. Dann diese Mischung zum restlichen Quark-Mascarpone geben. Mit einem Schwingbesen verrühren und in den Kühlschrank stellen, bis die Masse zu gelieren beginnt.

6. Sahne steif schlagen und unter die Quark-Mascarpone-Masse heben, anschliessend nochmals einige Minuten in den Kühlschrank stellen (die Masse sollte etwas fester, aber auch nicht zu fest werden).

7. Den Biskuit wieder ausrollen, Bitterorangenmarmelade darauf verteilen und dann gleichmässig mit der Quark-Mascarponecrème bestreichen. Dabei am Rand etwas frei lassen. Anschliessend kann er aufgerollt werden. Ich habe dabei das Küchentuch wiederum zur Hilfe genommen und die Roulade zunächst mitsamt Küchentuch in den Kühlschrank gestellt, damit sie eine schöne Form erhält. Anschliessend vom Küchentuch befreien und 3 Stunden kühl stellen.

8. Für die Dekoration Sahne mit Sahnesteif, Puderzucker und Lebkuchengewürz steif schlagen, in einen Spritzbeutel füllen. Die Biskuitroulade zunächst mit Puderzucker bestäuben, dann nach Lust und Laune Sahne draufspritzen. Mit den Lebkuchenbiskuits dekorieren.



Die Kombination Lebkuchen und Orange ist einfach köstlich und weckt eine unglaubliche Vorfreude auf die Weihnachtszeit. Habt ihr's übrigens gemerkt? Es verbergen sich zwei Rezepte in diesem Rezept. Denn die Lebkuchenkekse können wunderbar auch so genossen werden. Ich empfehle dazu, sie mit etwas Bitterorangenmarmelade zu bestreichen und noch etwas kandierte Orangenschale darauf zu verteilen - ein wahrer Genuss. Ich wünsche euch viel Freude beim Ausprobieren,

eure Sarah.

(Informationen zur Orangen finden sich hier: http://www3.hhu.de/biodidaktik/Exoten/zitrus/orange/Dateien/geschi.html; http://eatsmarter.de/ernaehrung/gesund-ernaehren/orangen-gesund)

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