Mittwoch, 9. November 2016

Mandarinen-Schokoladen-Tarte

Wie ihr vielleicht wisst, probiere ich gerne neue Dinge aus. Mit dem Hauptdarsteller dieser Tarte habe ich beispielsweise noch nie gearbeitet, weswegen es nun definitiv an der Zeit war. Es handelt sich um die Mandarine.



Sobald ich die ersten Mandarinen im Lebensmittelgeschäft entdecke, beginnt für mich die Vorfreude auf die Adventszeit und Weihnachten. Ihr Duft gehört zum Stimmungsbild der kühleren Monate einfach dazu und so sind sie für uns Früchte der kalten Jahreszeit. Die Mandarinen haben ihren Ursprung im südlichen China, von wo aus sie sich vor 200 Jahren auf der ganzen Welt verbreitet haben. Sie gelten als die ältesten Zitrusfrüchte. Aufgrund ihrer schlechten Transport- und Lagerfähigkeit sind sie erst sehr spät nach Europa gekommen und so werden sie erst seit dem 19. Jahrhundert auch im mediterranen Raum angebaut. Die ersten europäischen Plantagen wurden in den Jahren um 1850 in Genua, Nizza und Parma entdeckt. Zu ihrem Namen gibt es eine ganz spannende, wenn auch nicht abgesicherte Geschichte: Im alten China war die Mandarine eine hoch geschätzte Frucht, die nur dem Kaiser und den höheren Beamten, den sogenannten Mandarinen, vorbehalten war. Da diese Würdenträger namens "Mandarinen" eine orange Amtstracht trugen, und die Schale der Mandarine bekanntermassen ebenfalls orange ist, wurden die Früchte kurzerhand nach ihnen benannt. Gegenstimmen behauten hingegen, dass die Insel Mauritius der eigentliche Namensgeber ist, da sie von den Einheimischen "Mandara" genannt wird. Sicher ist die Tatsache, dass die Früchte mit der orangen Schale auf Mauritius besonders gut gedeihen.



Es gibt übrigens ziemlich viele Mandarinensorten und Kreuzungen mit anderen Zitrusfrüchten. Zu den Beliebtesten gehört die "Clementine", wahrscheinlich eine Kreuzung aus Mandarine und Pomeranze. Die Mandarine kennt auch zwei Unterarten, die beide besonders häufig auf den Markt kommen: Einerseits die Satsuma, die besonders dünnschalig und saftig ist, und andererseits die Tangerine, ihrerseits sehr klein und besonders süss.

Geschmacklich erinnert das Fruchtfleisch der Mandarine an die Orange, es ist allerdings weicher, viel saftiger und vor allem sehr viel süsser.

Zum Schluss noch etwas zum gesundheitlichen Wert dieser orangenen Zitrusfrucht. Sie beinhaltet, im Vergleich zu allen anderen Zitrusfrüchten, zwar am wenigsten Vitamin C, 100g decken aber trotzdem etwa einen Drittel des täglichen Solls ab. Und da sie sehr leicht zu schälen und besonders süss sind, isst man gut und gerne auch mehrere Mandarinen (im Vergleich zu Grapefruit oder Orange), sodass man ziemlich schnell auf eine höhere Menge Vitamin C kommt. Vitamin A ist ein weiterer, sehr wertvoller Inhaltsstoff dieser Frucht. Es ist wichtig für den Zellschutz der Haut und das Sehvermögen. Ihr Fruchtzuckergehalt ist ziemlich hoch, da sie aber gleichzeitig praktisch kein Fett enthält, eignet sie sich auch für Figurbewusste bestens.



Für meine Tarte habe ich sie mit der Schokolade kombiniert. Ein knusprig schokoladiger Mürbeteig bildet die Basis für eine samtig weiche Schokoladenmousse, die ich mit etwas Mandarinenschale aromatisiert habe. Auf ihr findet eine leichte und fluffige Mandarinenmousse aus Mandarinenjoghurt und Quark ihren Platz. Ein paar Tupfen Mandarinensahne am Rand und ein Mandarinengelée runden den Geschmack wunderbar ab.

Was ihr dazu braucht:

Für den Schokoladenmürbeteig:
120g Mehl
1 Prise Salz
50g Puderzucker
2 EL Kakaopulver
100g Butter, kalt und in Stücken
1-2 EL Nature Joghurt

Für die Mandarinenmousse:
1.5 - 2 Blatt Gelatine
50g Magerquark
50g Mandarinenjoghurt
40g Puderzucker (nach Geschmack und Gutdünken)
1 Mandarine, abgeriebene Schale
1/2 Mandarine, ausgepresster Saft
50g Sahne

Für die Schokoladenmousse:
3 Blatt Gelatine
150g Zartbitterschokolade
3dl Sahne
3 EL Zucker (nach Geschmack und Gutdünken)
1 Mandarine, abgeriebene Schale
1 Päckchen Sahnesteif

Für das Mandarinengelée:
1 Blatt Gelatine
0.5dl Mandarinensaft
1-2 EL Zucker (nach Geschmack und Gutdünken)

Für die Mandarinensahne:
1dl Sahne
1 EL Mandarinenjoghurt
1 EL Magerquark
1 Päckchen Sahnesteif
1-2 EL Puderzucker (nach Geschmack und Gutdünken)



Und so geht's:

1. Für den Schokoladenmürbeteig Mehl, Salz, Puderzucker und Kakaopulver miteinander vermischen. Kalte Butterstücke hinzugeben und das Ganze mit den Fingern zu einer krümeligen Masse verarbeiten. Schliesslich noch den Joghurt hinzugeben und nur solange kneten, bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist. Für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.

2. Den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen und zwei kleine Springformen (12cm Durchmesser) mit Backpapier auskleiden (ausgebuttert werden müssen sie nicht).

3. Während der Teig im Kühlschrank ruht kann die Mandarinenmousse vorbereitet werden. Dazu den Boden von zwei Dessertringen (8cm Durchmesser) von aussen mit Frischhaltefolie einfassen. Ich habe die Folie jeweils mit einem Gummiring (wie die aus der Papeterie) befestigt. Die Dessertringe anschliessend mit wenig Butter einfetten. Gelatineblätter gemäss Packungsangaben einweichen. Quark mit Joghurt, Puderzucker, Mandarinenschale und -saft gut verrühren. Sahne steif schlagen und bis zur weiteren Verwendung in den Kühlschrank stellen. Gelatineblätter leicht ausdrücken und in einem Topf bei schwacher Hitze unter rühren auflösen. Die aufgelöste Gelatine zunächst mit etwa 1-2 EL der Quark-Joghurt-Masse verrühren, damit sich die Temperatur angleichen kann und Klümpchen vermieden werden. Dann unter die restliche Quark-Joghurt-Masse mischen. Schliesslich die geschlagene Sahne unterheben. Die Mandarinenmousse in die vorbereiteten Dessertringe füllen, ca. 1-2cm dick. Für mindestens 3 Stunden kühlstellen.

4. Den Schokoladenmürbeteig nach der Kühlzeit ausrollen und in die beiden Springformen verteilen. Falls etwas Teig übrig bleibt, können daraus Plätzchen gebacken werden, die einen Kaffee oder Tee wunderbar ergänzen. Nochmals für ca. 15 Minuten kühlstellen. Anschliessend mit einer Gabel einstechen und für 15-20 Minuten in der unteren Hälfte des Ofens blind backen. Anschliessend Backpapier und Hülsenfrüchte entfernen und für 10-15 Minuten in der Mitte des Ofens fertig backen. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.

5. Für die Schokoladenmousse die Gelatineblätter wiederum gemäss Packungsangaben einweichen. Schokolade grob hacken und in eine Schüssel geben. 1dl der Sahne gemeinsam mit Zucker bis kurz vor dem Kochen erhitzen. Vom Herd nehmen und die leicht ausgedrückte Gelatine einrühren. Anschliessend über die gehackte Schokolade giessen, 1-2 Minuten stehen lassen und dann umrühren, bis die Schokolade komplett geschmolzen ist. Die Mandarinenschale unterrühren und etwas abkühlen lassen. Die restlichen 2dl der Sahne mit dem Sahnesteif steif schlagen. Nun in mehreren Schritten langsam unter die Schokoladenmasse heben. Auf die gebackenen Mürbeteigböden giessen (ca. 2/3 hoch). Sollte etwas übrig bleiben kann man sie in kleine Schälchen füllen und dann gemeinsam mit etwas Sahne oder Früchte geniessen. Für 1-2 Stunden in den Kühlschrank stellen.

6. Für das Mandarinengelée Gelatinblätter einweichen. Mandarinensaft mit Zucker erwärmen, Gelatine ausdrücken, hinzugeben und unter Rühren auflösen lassen. Lauwarm abkühlen lassen und dann auf die Mandarinenmousse giessen (ca. 0.5cm dick; das kann auch geschehen wenn die Mandarinenmousse noch nicht 3 Stunden im Kühlschrank war). Zurück in den Kühlschrank stellen und kalt und fest werden lassen.

7. Für die Mandarinensahne Quark mit Mandarinenjoghurt und Zucker verrühren. Sahne mit Sahnefestiger steif schlagen und unter die Quark-Joghurt-Masse heben. In einen Spritzbeutel mit runder Tülle füllen und bis zum Gebrauch in den Kühlschrank stellen.

8. Nun geht es ans Zusammenstellen der Tarte. Dafür die Mandarinenmousse (mit dem Gelée oben drauf) ganz sorgfältig vom Desserring befreien, zunächst natürlich die Frischhalte Folie am Boden entfernen. Mit einem kleinen Spatel in die Mitte der Tarte setzen. Mandarinensahne in den freigebliebenen Platz am Rand spritzen und nach Wunsch mit Mandarinenschnitzen und Schokoraspeln dekorieren.



Diese Tarte ist nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich ein absolutes Highlight. Der Mürbeteig sorgt für den Crunch, die Mandarinenmousse verleiht die fruchtige Note und die Schokoladenmousse ergänzt das Ganze durch ihr leicht bitteres Aroma. Ich kann nur sagen: absolut himmlisch. Und ich kann es euch nur empfehlen, diese Kombination auszuprobieren, der Aufwand lohnt sich sowas von. ich wünsche euch viel Freude dabei,

eure Sarah.



(Informationen zur Mandarine finden sich hier: http://eatsmarter.de/lexikon/warenkunde/mandarinen; http://www.chefkoch.de/magazin/artikel/3722,0/Chefkoch/Die-Mandarine-orangene-Schale-koestliches-Fruchtfleisch.html)

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