Samstag, 5. November 2016

Schokoladige Passionsfrucht-Macarons

Da seit den letzten schon wieder so viel Zeit vergangen ist, gibt es sie heute endlich wieder. Nun ja, so lange ist es nicht her, aber ich muss zugeben, ich kann nicht ohne sie. Sie gehören nun mal zu den liebsten Köstlichkeiten, die ich kreiere. Die Rede ist, ihr wisst es bestimmt schon, von Macarons.



Diese hier sind, traut man der Meinung meiner Familie, die besten die ich je gemacht habe. Deswegen kann ich sie euch doch nicht vorenthalten, oder? Es handelt sich um Schokoladen-Passionsfrucht-Macarons. Die Passionsfrucht, die ursprünglich auf den Namen "Maracuja" hört, wächst vor allem in den riesigen tropischen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas. Optisch sind sie nicht gerade Schönheiten, ihre Haut ist ziemlich schrumpelig und erinnert etwas an Leder. Und auch die Kerne, die von einer glibberigen Substanz umgeben sind, sehen nicht ganz so appetitlich aus. Ihr Geschmack allerdings ist schlicht und einfach hervorragen. Exotisch, erfrischend, süss und gleichzeitig auch säuerlich - ein wahrer Gaumenschmaus. Neben ihrem tollen Geschmack besticht sie auch durch ihre hohe Zahl an Vitaminen und Nährstoffen, die sich in ihr verstecken: Besonders hervorzuheben sind der hohe Magnesiumgehalt (kaum eine andere Frucht kann da mithalten) sowie die grosse Menge an Eisen. Deswegen wird die Passionsfrucht vor allem schwangeren Frauen empfohlen.

Den Namen "Passionsfrucht" erhielt die Maracuja übrigens von den Jesuiten im 17. Jahrhundert. Mönche erkannten in dieser Pflanze nämlich den Leidensweg von Jesus Christus. Wer Interesse hat, kann sich dazu gerne ein Bild anschauen, die Blüte sieht nämlich wunderschön aus. Als Sinnbild für die zehn Jünger stehen die zehn Blütenblätter, als Dornenkranzersatz sah man den blauen Fadenkranz. Den Pfahl zur Geisselung verglichen sie mit dem säulenartigen Fruchtknoten, die Nägel, mit denen Jesus gekreuzigt wurde, mit den drei verdickten Griffeln des Stempels. Jesus Wundmale sollten durch fünf Staubgefässe symbolisiert werden. Die Ranken der Blume wurde als die Peitsche und Geissel gesehen, die Jesus Christus geschlagen haben. Die Lanzen und Speere, mit denen er gestochen wurde, verglich man mit den dreilappigen Blättern der Pflanze. So erhielt die Pflanze den Namen Leidensblume - oder eben "passio flora", also Passionsfrucht.

Aus der Passionsfrucht habe ich, gemeinsam mit feinster Zartbitterschokolade, eine Ganache kreiert, mit der ich meine Macaronschalen gefüllt habe. In der Mitte hat sich jeweils noch ein kleines, süsses Geheimnis versteckt: Passionsfruchtcurd. Wie könnte man da widerstehen?



Was ihr dazu braucht:

Für die Macaronschalen:
90g Mandelmehl
144g Puderzucker
76g Eiweiss
26g Zucker
1 TL Kakaopulver

Für die Schokoladenganache:
200g Zartbitterschokolade
150g Passionsfruchtmarmelade
1dl Sahne
10g Butter

Für den Passionsfruchtcurd:
100g Passionsfruchtsaft
40-50g Zucker (je nach Geschmack)
1 Eigelb
10-15g Maisstärke
1-2 EL Wasser
15g Butter



Und so geht's:

1. Für den Passionsfruchtcurd Passionsfruchtsaft mit Zucker in einer Pfanne erwärmen. In einer Schüssel Eigelb mit Maisstärke und Wasser verrühren. Nun die Passionsfruchtmasse ganz langsam und unter ständigem Rühren zum Eigemisch geben (damit das Eigelb nicht stockt). Anschliessend zurück in die Pfanne giessen und die Butter hinzugeben. Nochmals und wiederum unter ständigem Rühren aufkochen lassen, so dass die Masse etwas eindicken kann. In eine Schüssel geben und vollständig abkühlen lassen. Passionsfruchtcurd gibt es übrigens auch fertig zu kaufen, von der Qualität her ist er gar nicht so schlecht. Ihr müsst ihn somit, wenn ihr nicht möchtet, auch nicht selber herstellen.

2. Für die Schokoladenganache Schokolade hacken. Sahne mit Passionsfruchtmarmelade aufkochen. Vom Herd nehmen, Schokolade dazugeben und darin schmelzen lassen. Wenn dies geschehen ist, die Butter beifügen und führen, bis sie geschmolzen ist. In eine Schüssel geben und vollständig abkühlen lassen, anschliessend für 10-15 Minuten in den Kühlschrank geben.

3. Für die Macaronschalen Mandelmehl, Puderzucker und Kakaopulver durch ein feines Sieb streichen, damit grobe Stückchen und Klümpchen vermieden werden können.

4. Eiweisse auf mittlerer Stufe aufschlagen. Wenn sie beginnen, steif zu werden, den Zucker einrieseln lassen. Es ist wichtig, das Eiweiss nicht zu fest, aber auch nicht zu wenig zu schlagen. Die Masse ist perfekt, wenn sich Spitzchen bilden, die stehen bleiben.

5. Nun die Mandel-Puderzucker-Mischung in 3 Schritten langsam unterheben. Wenn alles untergehoben ist, einige Male ein bisschen stärker rühren, damit nicht zu viel Luft eingeschlossen wird.

6. Macaronmasse in einen Spritzbeutel (mit runder Tülle) füllen und kleine Kreise (ca. 2cm Durchmesser) auf ein mit Backpapier vorbereitetes Blech spritzen. Das Blech nun einige Male auf die Arbeitsplatte fallen lassen, damit allfällige Luftbläschen platzen.

7. Anschliessend für 30-45 Minuten ruhen lassen. In der Zwischenzeit den Backofen auf 130 Grad Umluft vorheizen.

8. Nach der Ruhezeit werden die Macarons für 15-17 Minuten gebacken. Anschliessend mitsamt Backpapier vom Backblech nehmen und etwas abkühlen lassen, bevor sie vom Backpapier genommen werden.

9. Nun geht's ans Befüllen. Hierfür zunächst die Schokoladenganache in einen Spritzbeutel mit runder Tülle füllen und auf den Rand der Hälfte der Macaronschalen spritzen. Anschliessend in die Mitte einen Klecks Passionsfruchtcurd geben und mit der anderen Hälfte der Macaronschalen bedecken. Bis zum Verzehr kühl stellen.



Sie schmecken einfach nur köstlich, diese Schokoladen-Passionsfrucht-Macarons. Herrlich Schokoladige, wunderbar fruchtig und nicht übertrieben süss. Die Geschmackskombination Schokolade und Passionsfrucht ist unbeschreiblich toll, ich kann euch nur empfehlen, die beiden mal miteinander zu verbinden. Warum nicht inform von Macarons? Ich wünsche euch viel Freude beim Ausprobieren,

Eure Sarah.



(Informationen zur Passionsfrucht finden sich hier: http://www.vitamine.com/vitamintabelle/maracuja/; http://www.pistor.ch/lebensmittel/PDF/exotische-fruechte/Exotische-Fruechte.pdf)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen