Sonntag, 4. Dezember 2016

Schokoladentorte mit Granatapfel, Lakritz und Sternanis

Einen wunderschönen 2. Advent euch allen! Passend dazu gibt's heute Teil zwei der Aktion "Unser Winter - unsere Desserts" von Baking Barbarine, Verzuckert, Frau Zuckerfee und mir. Das Motto für diesen Sonntag: Weihnachtstorte. Als ich mit der Rezeptplanung für meine vier Rezepte angefangen habe, war schnell klar, was es für eine Torte werden sollte: Eine Gewürzapfeltorte. Nun, wie ihr seht, ist doch alles ganz anders gekommen. Ich neige nämlich in manchen Situationen dazu, alles mehrfach über den Haufen zu werfen... Der Grund dafür liegt darin, dass ich, was das Backen angeht, einfach viel zu viele Ideen im Kopf habe. So erschien mir der Apfel bei genauerer Überlegung zwar sehr passend für den Winter und die Weihnachtszeit, allerdings auch ein bisschen langweilig. Ich habe mich schliesslich für drei Zutaten entschieden, mit denen ich noch nie gebacken habe: Granatapfel, Lakritz und Sternanis. Und so ist sie entstanden, meine wunderbar fruchtige und würzige Schokoladentorte, die mein Geschmacksbild auf wunderbare Art und Weise etwas erweitern konnte.



Bevor ich euch allerdings das Rezept verrate, möchte ich euch ein paar interessante Fakten über den Granatapfel verraten. Der Granatapfelbaum ist eine der ältesten Kultur- und Heilpflanzen der Menschen. Seine ursprüngliche Heimat liegt in West- und Mittelasien, von wo er um 800 bis 900 nach Christus seinen Weg nach Spanien fand. Wusstet ihr, dass er dort der Stadt und Provinz Granada ihren Namen verliehen hat? Noch heute ist er Bestandteil ihres Wappens, ebenso wie des spanischen Stadtwappens. Mittlerweile ist er in heissen und trockenen Klimazonen auf der ganzen Welt beheimatet und in der Form von Zierpflanzen werden sie sogar in Deutschland angepflanzt.

Der Granatapfel wird auch Grenadine genannt und besitzt grossen Symbolcharakter. Schon immer hat diese apfelähnliche, farbenprächtige und orangerote Frucht die Fantasie der Völker beflügelt. So fand sie bereits auf den Grabinschriften der Pharaonen im alten Ägypten ihren Platz und wurde damals "Paradiesapfel" genannt. In der griechischen Mythologie war er aufgrund seiner vielen hundert Samen ein Fruchtbarkeitssymbol und diente als Aphrodisiakum. In der Bibel wird der Granatapfel als Methapher für die Reinheit und Jungfräulichkeit der Mutter Jesu verwendet und im Mittelalter galt er als Symbol der Macht.

In Bezug auf die Gesundheit sind Granatäpfel wahre Multitalente: Sie können den Blutzuckerspiegel stabil halten, Entzündungen helfen und bei Verdauungsproblemen helfen. Und gar in der Krebstherapie werden sie heute eingesetzt, da sie das Wachstum von Krebszellen hemmen sollen. Dies insbesondere, da sie neben vielen Vitaminen und Mineralstoffen auch "Polyphenole" enthalten, die als Antioxidantien wirken und eine sehr positive Wirkung auf unseren Körper haben. Sie verhindern, dass sich Tumore mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen können. Eine Krebstherapie ersetzen können sie natürlich nicht, allerdings dienen sie als Unterstützung dazu.

Zurück zu meiner Torte. Sie besteht aus einem wunderbar saftigen, fluffigen und mit Sternanis gewürzten Schokoladenkuchen, den ich mit einem Granatapfelcurd gefüllt und mit einer Lakritz-Sternanis-Schokoladencrème getoppt habe. Für den nötigen Knusper sorgen Mandelkrokant und Lakritz-Schokoladen-Kugeln.



Was ihr dazu braucht:

Für den Schokoladenkuchen:
100g Zartbitterschokolade
125g Butter
2dl Milch
120g Zucker
1 Ei
135g Mehl
1 TL Backpulver
20g Kakao
1/2-1 TL Sternanis, gemahlen (je nach Geschmack)

Für die Lakritz-Sternanis-Schokoladencrème:
60g Butter
400g Philadelphia
150g Puderzucker
4 EL Honig
4-5 TL Lakritzpulver (je nach Geschmack)
1-2 TL Sternanis, gemahlen (je nach Geschmack)
4 TL Gelatine Express Pulver
2 dl Sahne
1 Päcklein Sahnesteif

Für den Granatapfel-Curd:
200g Granatapfelsaft
80g Zucker (Alternative: einen Teil davon durch Grenadinesirup ersetzen)
20g Maisstärke
2-3 EL Wasser
2 Eigelb
30g Butter

Für die Lakritz-Schokoladen-Kugeln:
150g Zartbitterschokolade
120g Butter
2 Eier
110g Zucker
50g Honig
200g Mehl
50g Kakao
1 TL Backpulver
1 Prise Salz
2-3 TL Lakritzgewürz (je nach Geschmack)
1/2-1 TL Sternanis (je nach Geschmack)
etwas gemahlene Mandeln

Für den Mandelkrokant:
35g Zucker
35g Mandeln
1/2 EL Butter

Zusätzlich:
Granatapfelkerne (für die Dekoration)



Und so geht's:

1. Eine Springform (20cm Durchmesser) mit Backpapier auskleiden und einfetten. Den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.

2. Für den Schokoladenkuchen Butter in kleine Würfel schneiden. Schokolade grob hacken und beides gemeinsam über einem Wasserbad schmelzen. In einer Schüssel Mehl, Backpulver, Kakao, Salz und Sternanis miteinander vermischen. Schokoladen-Butter-Mischung in eine Rührschüssel geben und kurz etwas abkühlen lassen. Zucker und Milch hinzufügen und mit einem Schwingbesen gut umrühren. Das Ei befügen und verrühren. Mehlmischung dazusieben und abermals mit einem Schwingbesen so lange verrühren, bis alles miteinander verbunden ist.

3. Den Teig in die vorbereitete Springform füllen und für ca. 25-30 Minuten backen. Unbedingt die Stäbchenprobe machen und je nach Ergebnis noch für ein paar weitere Minuten im Ofen lassen. Herausnehmen und komplett abkühlen lassen.

4. Für die Lakritz-Schokoladen-Kugeln Butter in kleine Würfel schneiden. Schokolade grob hacken und beides gemeisam über einem Wasserbad schmelzen und anschliessend etwas abkühlen lassen. In einer Rührschüssel Eier mit Zucker und Honig cremig aufschlagen. Mehl mit Backpulver, Kakao, Salz, Lakritzgewürz und Sternanis vermischen. Schokoladenmischung zur Eier-Zucker-Mischung geben, weiterschlagen. Mehlmischung dazusieben und so lange weiter rühren, bis alle Zutaten gut miteinander verbunden sind. Die Schüssel für 15-30 Minuten in den Kühlschrank stellen (so lassen sich die Kugeln besser formen). Den Ofen auf 150 Grad Umluft vorheizen. Etwas gemahlene Mandeln in eine kleine Schüssel geben. Aus dem Teig nun kleine Kugeln formen, in die gemahlene Mandeln geben und darin rollen, bis sie schön mit den Nüssen ummantelt sind. Auf ein Backpapier geben (mit etwas Abstand, da sie noch leicht aufgehen) und für 15 Minuten backen. Den Vorgang nun so oft wiederholen, bis kein Teig mehr übrig ist. Die Menge reicht für mehr Kekse, als ihr für den Kuchen braucht. Da wir uns in der Weihnachtszeit befinden, habe ich aber absichtlich eine etwas grössere Menge verarbeitet, ihr könnt die Zutaten aber auch gerne halbieren.

5. Für die Lakritz-Sternanis-Schokoladencrème Butter cremig aufschlagen. Frischkäse, Puderzucker, Honig, Kakao, Lakritzgewürz und Sternanis hinzugeben und für einige Minuten weiterschlagen. Dabei das Gelatine Express Pulver langsam einrieseln lassen. Abschmecken und je nach Geschmack noch mehr Puderzucker hinzufügen. Sahne in einer separaten Schüssel gemeinsam mit Sahnesteif steif schlagen. Anschliessend sorgfältig unter die Frischkäsemasse heben. In einen Spritzbeutel mit runder Tülle füllen und für ca. 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.

6. Nun muss der Schokoladenkuchen weiterverarbeitet werden. Dazu zunächst die Oberfläche ausebnen. Anschliessend in der Mitte durchschneiden und halbieren. Auf den Rand der unteren Hälfte die Lakritz-Sternanis-Schokoladencrème in Form von Tupfen aufspritzen, wieder in den Kühlschrank stellen.

7. Für den Granatapfelcurd Granatapfelsaft mit dem Zucker in einen Topf geben und erwärmen. Ich habe den Saft von frischen Granatäpfeln genommen. Diese einfach mit Hilfe einer Zitronen- oder Orangenpresse auspressen. Es kann aber auch gekaufter Granatapfelsaft verwendet werden. Um das Aroma noch zu verstärken, kann ein Teil des Zuckers durch Grenadinesirup ersetzt werden. In einer Schüssel Eier mit Maisstärke und Wasser gut verrühren. Den warmen Granatapfelsaft langsam einrieseln lassen (damit das Ei nicht stockt). Anschliessend zurück in den Topf geben. Butter hinzufügen und unter ständigem Rühren aufkochen lassen. Dabei sollte die Masse schön eindicken. Noch heiss auf der unteren Hälfte des Schokoladenkuchens verteilen, die obere Hälfte daraufsetzen. Für ca. 1 Stunde in den Kühlschrank stellen. Ihr werdet nicht den gesammten Curd brauchen. Den Rest einfach in ein Marmeladenglas füllen, im Kühlschrank aufbewahren und beispielsweise als Brotaufstrich geniessen.

8. Für den Mandelkrokant Mandeln hacken. Zucker in einem Topf bei mittlerer Hitze karamellisieren lassen. Ist dies geschehen, kurz vom Herd nehmen, Butter hinzufügen und rühren, bis er geschmolzen ist. Die gehackten Mandeln rasch hinzugeben, kurz zurück auf den Herd stellen und umrühren, bis die Mandeln schön mit dem Karamell überzogen sind. Die Masse auf ein Backpapier geben, mit einem weiteren bedecken und noch heiss mit Hilfe eines Nudelholzes flach ausrollen. Komplett abkühlen lassen. Anschliessend in grössere oder kleinere Stücke brechen (nach Wunsch das Nudelholz zur Hilfe nehmen).

9. Zum Schluss geht's noch ans Dekorieren der Torte. Hierfür auf die Oberfläche zunächst eine dünne Schicht der Lakritz-Sternanis-Schokoladenmousse geben. Darauf je nach Lust und Laune kleinere oder grössere Tupfen der Crème aufspritzen, bis die Oberfläche bedeckt ist. Mit Granatapfelkernen, den Keksen und dem Mandelkrokant dekorieren.



Diese Torte schmeckt einfach nur genial, denn die Aromen passen hervorragend zueinander. Der Schokoladenkuchen ist wunderbar reichhaltig und saftig. Sternanis gibt ihm eine würzige Note, die sich, gemeinsam mit der Lakritze, auch in der Crème wiederfindet. Für die nötige Portion Frucht sorgen der Granatapfelcurd und die Granatapfelkerne, und der Mandelkrokant sowie die Kekse fügen den nötigen Crunch hinzu. Ich kann euch nur wärmstens empfehlen, euch von dieser Kombination selber zu überzeugen, ihr werdet es nicht bereuen. Viel Freude beim Ausprobieren,

eure Sarah.



(Informationen über den Granatapfel finden sich hier: http://www.bildderfrau.de/diaet-ernaehrung/diaet-ernaehrung/article206463677/Granatapfel-Symbol-fuer-Leben-und-Fruchtbarkeit.html, http://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=1007, http://eatsmarter.de/ernaehrung/news/granatapfel-gesund)

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