Donnerstag, 2. März 2017

Torta di Pane - Brottorte

Torta di Pane? Genau, das ist die italienische Bezeichnung für "Brottorte". Dabei handelt es sich um eine traditionelle Spezialität aus dem Kanton Tessin, dem südlichsten, an Italien grenzenden Kanton der Schweiz.



Das Originalrezept dazu stammt von meiner Urgrossmutter, die leidenschaftlich gerne gekocht und gebacken hat. Diese Passion bezüglich Kochen und Backen wurde von Generation zu Generation weiter gegeben. Mit dem Wunsch, einmal eine "Torta di Pane" zu kreieren, lag mir meine Mama schon seit einiger Zeit in den Ohren, da sie diese Torte in ihrer Kindheit oft gegessen hat. So habe ich meine Grossmutter kontaktiert, um nach dem Rezept zu fragen. Via Skype versteht sich, nicht via Telefon. Denn mein Grossvater hat sich mit über 80 Jahren noch einen Computer zugelegt und nutzt ihn auch heute, mit 90, noch täglich. Gutes Essen hat in unserer der Familie einen hohen Stellen und Genuss wird gross geschrieben. Meine Grosseltern sind aber nicht nur mit traditionellen Gerichten vertraut, nein nein, auch die neusten Foodtrends wie Quinoa, Amaranth oder Chiasamen kommen an ihnen nicht vorbei. Grossartig, einfach nur grossartig. Leider sehe ich sie viel zu selten, da wir an ganz unterschiedlichen Orten in der Schweiz zuhause sind. Als Kinder haben mein Bruder und ich die Schulferien im Herbst oft bei ihnen verbringen dürfen, daran denke ich sehr gerne und mit wunderschönen Erinnerungen zurück. An das gute Essen, die wunderbaren Gespräche, die schönen Spaziergänge.. Liebes Grosseli, lieber Grosspapi, auf diesem Wege möchte ich euch danke sagen. Danke für alles. Danke dass es euch gibt, es ist so schön euch zu haben. Sie werden diesen Blogpost übrigens lesen, denn mit meinem Blog sind sie durchaus bekannt. Ihr wisst schon, Computer und so.

Die Torte besteht, wie ihr Name schon sagt, aus Brot. Aus altem Brot. Dazu kommen Löffelbiskuits, feinste Schokolade, Sultaninen, etwas Zitrone und nach Wunsch Mandeln. Ich habe das Rezept grösstenteils von meiner Uroma übernommen - nur die Mandeln wurden duch Pinienkerne ersetzt und ich habe einen Hauch Vanille hinzugegeben. Die Torte ist, nicht wie vielleicht vermutet wird, total trocken. Im Gegenteil: Sie ist unfassbar saftig, vergleichbar mit einem Brotpudding. Und sie bietet eine Möglichkeit zur Resteverwertung. Denn anstatt altes Brot einfach wegzuschmeissen, kann es so auf köstliche Art und Weise weiterverwenden. Resteverwertung deluxe quasi.



Was ihr dazu braucht:

(Für eine Torte von 18cm Durchmesser)

100g Weissbrot
120g Zartbitterschokolade
2 Löffelbiskuits
25g Sultaninen
etwas Zitronenschale
1 Vanilleschote, ausgekratztes Mark
1 TL Kakao
1 Prise Salz
2.5dl Milch
2 frische Eier
3 Esslöffel Zucker (nach Geschmack)
1/4 TL Backpulver
20g Pinienkerne

Zusätzlich:
etwas Paniermehl
etwas Pinienkerne
etwas Puderzucker



Und so geht's:

1. Den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Boden einer Springform (18cm Durchmesser) mit Backpapier auskleiden und den Rand gut mit Butter bestreichen. Etwas Paniermehl auf den Rand geben.

2. Brot und Löffelbiskuits in kleine Würfel schneiden. Schokolade grob hacken. Brot- und Löffelbiskuitstücke nun gemeinsam mit der gehackten Schokolade, den Sultaninen, der Zitronenschale, dem Vanillemark, Kakao und Salz in eine Schüssel geben.

3. Milch in einen Topf geben und bis kurz vor dem Kochen erwärmen. Die Brotmischung wird nun mit der Milch übergossen und zugedeckt, ich habe dazu einen Teller als Deckel genommen. Nun für ca. 1 Stunde stehen lassen, bis sie lauwarm oder kalt ist, dabei immer wieder mit einer Gabel umrühren. So wird die Masse etwas feiner, man darf aber durchaus noch merken, dass Brot drin ist.

4. Pinienkerne in einer Pfanne (ohne Fett) anrösten. Beiseite stellen und abkühlen lassen.

5. Eier trennen. Eigelb nun hinzugeben und mit einem Löffel gut vermischen.

6. Eiweiss steif schlagen. Den Zucker hinzugeben und kurze Zeit weiterschagen.

7. Backpulver zur Brotmischung geben und gut umrühren. Den Eischnee nun portionsweise und ganz sorgfältig unterheben. Zum Schluss die gerösteten Pinienkerne ebenfalls beifügen.

8. Den Teig in die vorbereitete Springform füllen, mit etwas Pinienkernen garnieren. In der Mitte des vorgeheizten Ofens für 40-45 Minuten backen. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestreuen.



Auch wenn diese "Torta di Pane" eher rustikal aussieht, mehr Dekoration braucht sie gar nicht. Traditionell wird sie mit etwas Schlagsahne genossen. Und ich kann euch sagen: Ein Genuss ist sie wirklich. Unfassbar saftig, aromatisch und nicht zu süss - einfach himmlisch. Habt ihr gerade noch etwas altes Brot übrig? Dann nichts wie los, probiert diese Torte aus, ich kann sie euch wirklich sehr empfehlen. Viel Freude mit dem Rezept,

eure Sarah. 

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