Samstag, 6. Januar 2018

Gefüllte Dreikönigsbrötchen

Ich bin zurück. Nach mehr als einem halben Jahr Pause bin ich bereit für ein neues Jahr voller süsser Köstlichkeiten. Über die Gründe meiner Auszeit habe ich auf Instagram bereits erzählt. Für diejenigen, die es nicht mitbekommen haben, fasse ich das Ganze hier nochmals kurz zusammen.



Ein erster Grund war, dass ich nach Abschluss meines Studiums eine kleine Auszeit brauchte. Diese habe ich genutzt, um ein persönliches Projekt zu realisieren, welches zwar mit Backen zu tun hatte, die Rezepte waren aber nicht für den Blog bestimmt. Mehr möchte ich an dieser Stelle gar nicht sagen, zu gegebener Zeit gibt es dann mehr Informationen.

Als zweiter Grund gilt meine Arbeit während des Sommers. Bereits zum 10. Mal habe ich die Saison auf der Riederfurka in der Villa Cassel gemeinsam mit einer lieben Kollegin den dazugehörigen Teesalon, ein kleines Café, geschmissen. Eine sehr spannende und abwechslungsreiche Arbeit, die auch mit viel Kuchenbacken verbunden war. In meiner Freizeit hatte ich dann schlicht und einfach keine Lust mehr, etwas für den Blog zu kreieren. Zusätzlich hatte ich während dieser Zeit erhebliche gesundheitliche Probleme, die mittlerweile zwar besser, aber nach wie vor nicht verschwunden sind. Somit musste ich die wenige Energie, die ich hatte, vollkommen auf die Arbeit konzentrieren.

Und last but not least hatte ich zu Beginn des letzten Jahres ein bisschen die Lust an Instagram und dem Bloggen verloren. Mittlerweile folgen mir über 20'000 Menschen - eine Zahl, die für mich nach wie vor nicht zu fassen und auch nicht vorstellbar ist. Diesen Menschen möchte ich natürlich etwas bieten, was aufgrund der Gründe 1 und 2 leider nicht möglich war. Dadurch entstand eine Art Druck. Ein Druck, etwas backen zu müssen, ein Rezept kreieren zu müssen und etwas auf den Blog stellen zu müssen. Mir ging es, und geht es auch nach wie vor, immer darum, meinen Lesern, euch, mit dem was ich mache zu inspirieren und ich will euch die Möglichkeit geben, meine Rezepte auszuprobieren. Und dabei hatte ich immer unglaubliche Freude und ganz viel Spass. Leider geht es nicht allen darum. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es einigen nur um Likes und die Anzahl Follower geht, was ich persönlich unglaublich schade finde. Dies hat die Entscheidung meiner Auszeit dann nochmals verstärkt. Versteht mich bitte nicht falsch, ich habe dank Instagram wundervolle Menschen kennengelernt, mit welchen mich teilweise eine richtige Freundschaft verbindet. Im Kopf bleiben nur oft die negativen Erlebnisse besonders gut in Erinnerung.

Nun habe ich die Freude und den Spass an der Sache wiedergefunden. Ich bin voller Ideen für neue Kreationen, die erste präsentiere ich euch heute. Ich werde das Ganze aber vollkommen ohne Druck angehen und nur dann etwas posten, wenn ich Lust und Zeit dazu habe. Dies ist positiv für mich, aber ganz bestimmt auch für euch, denn so kann ich euch die Qualität bieten, die ich gerne möchte.



Genug der langen Reden, hier kommt mein erstes Rezept für 2018. Passend zum heutigen Dreikönigstag darf ich euch meine würzigen, gefüllten Dreikönigsbrötchen vorstellen. Bei uns in der Schweiz ist es am 6. Januar traditionell üblich, einen köstlichen Dreikönigskuchen zu verspeisen, der sich aus verschiedenen einzelnen Brötchen zusammensetzt. Die Brötchen kommen ganz pur daher oder aber sie beinhalten Rosinen oder Schokolade. In einem der Brötchen befindet sich eine Königsfigur - wer sie findet, darf sich für den Tag König nennen. In unserer Familie war er dann immer von jeglichen haushaltlichen Pflichten befreit. In Frankreich hingegeben gibt es die sogenannte "Galette des Rois", ein Blätterteigkuchen gefüllt mit einer Mandelmasse, dem "Frangipane". Meine Brötchen sind eine Kombination aus diesen beiden Traditionen. Es handelt sich um einen Hefeteig, der mit einer Mandelmasse und Rosinen gefüllt ist. Für die besondere Note habe ich sowohl den Hefeteig als auch die Füllung mit Chai-Gewürz aromatisiert. Eine himmlische Geschmackskombination, die sich sowohl zum Frühstück, Brunch oder zum nachmittäglichen Kaffee geniessen lässt.

Was ihr dazu braucht:

(Für ca. 15 Brötchen)

Für den Hefeteig:
500g Mehl
21g Hefe
2.5dl Milch
1/4 TL Zimt, gemahlen
1/4 TL Kardamom, gemahlen
1 Msp. Ingwer, gemahlen
1 Msp. Nelken, gemahlen
1 Msp. Szechuanpfeffer, gemahlen
100g Butter
1 Ei
90g Zucker
1 TL Salz

Für die Füllung:
400g Mandelmasse (Marzipan)
60g Rosinen oder Korinthen
4-5 EL Milch
1/4 TL Zimt, gemahlen
1/4 TL Kardamom, gemahlen
1 Msp. Ingwer, gemahlen
1 Msp. Nelken, gemahlen
Mandelblättchen, nach Geschmack und Gutdünken

Zusätzlich:
Milch, zum Bestreichen
Mandelblättchen oder Hagelzucker, zum Bestreuen



Und so geht's:

1. Für den Hefeteig das Mehl in eine Schüssel geben und in der Mitte eine Vertiefung formen. Milch lauwarm erwärmen (sie darf auf keinen Fall zu heiss sein). Die Hefe in ein kleines Schüsselchen geben und 2 TL des Zuckers hinzugeben. Ein kleines bisschen der Milch hinzugeben und rühren, bis sich die Hefe komplett aufgelöst hat. Dieses Gemisch anschliessend in die Vertiefung geben, mit etwas Mehl bedecken und für ca. 15 Minuten stehen lassen (Vorteig).

2. In der Zwischenzeit die Milch nochmals erwärmen, dieses Mal mitsamt der Gewürze. Die Butter beifügen und darin schmelzen lassen. Vom Herd nehmen, lauwarm abkühlen lassen und anschliessend das Ei einrühren.

3. Sobald sich der Vorteig entwickelt hat, das Milchgemisch sowie den Rest des Zuckers und das Salz hinzugeben. Mit den Knethacken des Handrührgeräts oder der Küchenmaschine während ca. 10-15 Minuten zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Diesen anschliessend auf die Arbeitsfläche geben und für weitere 5 Minuten mit den Händen kneten und bearbeiten. Den Teig zurück in die Schüssel geben, mit einem Küchentuch bedecken und für ca. 1-1.5 Stunden bei Zimmertemperatur (idealerweise bei 30 Grad) aufgehen lassen.

4. Für die Füllung alle Zutaten bis auf die Mandelblättchen mit den Händen oder einer Gabel zusammenfügen. Kugeln von 20-25g formen.

5. Sobald der Teig aufgegangen ist geht es ans Füllen und Formen der Brötchen. Hierfür jeweils 50g Teig nehmen, zu einer Kugel formen und mit den Fingern flach drücken. Eine Kugel Mandelfüllung in die Mitte geben, einige Mandelblättchen darüber geben, wiederum zu einer Kugel formen und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. Achtung: Genügend Platz zwischen den einzelnen Brötchen lassen, da sie noch aufgehen werden. Ich habe zwei Bleche genommen. Wiederum mit einem Küchentuch bedecken und für 30 Minuten bei wiederum 30 Grad aufgehen lassen. Den Backofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.

6. Nachdem die Brötchen nochmals aufgegangen sind, mit Milch bepinseln und Mandelblättchen darauf streuen. In der Mitte des Ofens für 15-18 Minuten backen. Wenn ihr wie ich zwei Bleche habt, werden sie nacheinander gebacken.



Die Brötchen schmecken einfach nur köstlich. Saftig, süss und sehr aromatisch - sie sind mit Abstand meine bislang liebste Hefekreation. Wer keine Rosinen mag, kann diese einfach weglassen oder sie durch andere getrocknete Früchte, wie beispielsweise Cranberries, ersetzen. Ich wünsche euch viel Freude beim Ausprobieren,

eure Sarah.

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